· von Manuela Bletzer · 7 Minuten Lesezeit Newsletter
Black Friday im Newsletter: Aktionen für Dienstleisterinnen, ohne die eigene Arbeit zu verramschen
Ende November quillt das Postfach über. „Minus 40 Prozent auf alles“, „Nur heute“, „Letzte Chance“. Und mittendrin fragst du dich, ob du auch etwas machen musst. Alle machen doch etwas.
Nein, du musst nicht. Und wenn du etwas machst, dann bitte nicht das, was ein Elektronikmarkt macht. Wer als Coachin, Beraterin oder Trainerin ihre Stunde um dreißig Prozent senkt, sagt damit vor allem eines: Sie war vorher zu teuer. Dieser Satz bleibt hängen, lange nach dem Wochenende.
Hier steht, welche Black-Friday-Aktionen für Dienstleisterinnen funktionieren, ohne die eigene Arbeit zu verramschen, wie ein Black-Friday-Newsletter mit fünf Mails aussieht und was es mit dem angeblichen Verbot des Begriffs auf sich hat.
Lohnt sich Black Friday für Dienstleisterinnen?
Für die eigene Arbeitszeit meistens nicht. Für ein digitales Produkt oder einen Anlass, die Liste wachsen zu lassen, oft schon.
Black Friday kommt aus dem Handel. Ein Shop verkauft an diesem Wochenende Ware, die er sonst im Januar mit Abschlag loswerden müsste. Deine Zeit lagert nicht im Regal. Eine Stunde, die du im Dezember zum halben Preis verkaufst, fehlt dir im Dezember für eine Stunde zum vollen Preis.
Trotzdem kann sich die Woche lohnen. Viele Menschen sind in dieser Zeit in Kauflaune, öffnen mehr Mails und warten auf eine Gelegenheit. Die Frage ist nur, was du ihnen anbietest. Gesucht wird übrigens kräftig danach: „black friday newsletter“ kommt laut DataForSEO auf rund 320 Suchen im November und auf zehn bis zwanzig im Rest des Jahres.
Vier Aktionen, die deinen Preis nicht beschädigen
Ein digitales Produkt zum Sonderpreis, ein Bonus zum normalen Preis, ein Platz im Kalender für Januar oder eine Aktion, die deine Liste wachsen lässt. Alle vier haben eines gemeinsam: Dein Stundensatz bleibt, was er ist.
- Das digitale Produkt zum Sonderpreis. Eine Vorlage, ein Arbeitsheft, ein aufgezeichneter Workshop. Ein Produkt, das du einmal gemacht hast, darfst du eine Woche günstiger anbieten, ohne dass jemand an deinem Wert zweifelt. Wer es kauft, lernt deine Arbeit kennen und bucht vielleicht im neuen Jahr das Ganze.
- Der Bonus zum normalen Preis. Wer in dieser Woche bucht, zahlt den regulären Preis und bekommt etwas dazu: ein zusätzliches Gespräch nach vier Wochen, eine Checkliste, eine Sprachnachricht-Begleitung für einen Monat. Das wirkt wie ein Geschenk, nicht wie ein Ausverkauf.
- Der Platz im Kalender. „Für Januar sind noch drei Plätze frei, wer bis Montag bucht, bekommt den Wunschtermin.“ Das ist ehrlich, weil deine Zeit tatsächlich begrenzt ist, und es füllt den Monat, in dem viele Selbstständige um Aufträge bangen.
- Die Aktion für die Liste. Statt etwas zu verkaufen, verschenkst du etwas, für das man sich eintragen muss. Im November sind viele Menschen offen für Neues und haben noch Zeit bis zur Weihnachtswoche. Wie solche Aktionen mit Anlass funktionieren, steht als Weg Nummer 8 in Newsletter-Abonnenten gewinnen.
Und es gibt eine fünfte Möglichkeit, die zu Unrecht keiner nennt: gar nicht mitmachen und das auch sagen. Ein Newsletter, der am Black Friday ruhig erklärt, warum es bei dir keine Rabatte gibt, wird oft mehr gelesen als jede Aktion. Er ist in diesem Postfach der einzige, der nichts verkaufen will.
Übrigens: Viermal im Jahr schreibe ich mit einer Kollegin das Magazin „digital durchstarten." – für 0 Euro. Darin geht es um mehr als Newsletter: Marketing und Strategie, Technik und KI, digitale Produkte. Magazin abonnieren
Der Ablauf: fünf Mails rund um den 27. November
Eine Ankündigung, eine Öffnung, zwei Erinnerungen, ein Abschluss. Die großen Shops schicken in diesen Tagen acht bis fünfzehn Mails. Für eine Dienstleisterin mit ein paar hundert Leserinnen sind fünf genug.
Black Friday ist 2026 am Freitag, dem 27. November. Der Montag danach, der 30. November, heißt Cyber Monday und ist in vielen Aktionen der letzte Tag. Daraus ergibt sich dieser Ablauf:
| Tag | Worum es geht | |
|---|---|---|
| Freitag, 20.11. | Ankündigung | Nächste Woche gibt es etwas. Was ungefähr, für wen, ab wann. Neugierig machen, nicht verkaufen. |
| Freitag, 27.11. | Öffnung | Das Angebot: was es ist, was es kostet, bis wann. Ein Link. |
| Sonntag, 29.11. | Erinnerung | Eine Frage, die dir gestellt wurde, mit Antwort. Oder ein Beispiel, für wen es passt. |
| Montag, 30.11., abends | Letzte Erinnerung | Heute um Mitternacht endet die Aktion. Zwei Sätze und der Link. |
| Dienstag, 1.12. | Abschluss | Danke, die Aktion ist vorbei, und wie es im Dezember weitergeht. |
Die Abschlussmail lassen die meisten weg. Gerade sie macht dein Enddatum glaubwürdig. Wer am Dienstag noch einmal liest, dass es vorbei ist, glaubt dir beim nächsten Mal, wenn du „nur bis Montag“ schreibst.
Ein Tipp für die Woche: Biete in der ersten Mail einen Link an, mit dem man nur die Mails zur Aktion abbestellen kann, nicht den ganzen Newsletter. In deinem Tool ist das ein Schlagwort, das die betreffenden Adressen bis Dienstag vom Versand ausnimmt. Wer kein Interesse hat, muss dann nicht gleich ganz gehen.
Was in die Mails gehört
Das Angebot im ersten Absatz, der Preis im Text, das Ende mit Datum und Uhrzeit. In einem vollen Postfach hat deine Mail wenige Sekunden.
- Ein Betreff, der sagt, was drin ist, ohne Großbuchstaben und Ausrufezeichen-Ketten. „Nur bis Montag: das Arbeitsheft für deine Jahresplanung“ fällt zwischen „MEGA SALE!!!“ gerade deshalb auf, weil es ruhig ist. Mehr dazu in Newsletter-Betreffzeile.
- Der echte Normalpreis. Nenne nur einen Vorher-Preis, den es auch wirklich gab. Bei Waren schreibt die Preisangabenverordnung vor, dass bei einer Preissenkung der niedrigste Preis der letzten 30 Tage genannt wird. Ob das für dein Produkt gilt, lass im Zweifel prüfen. Ehrlich ist es in jedem Fall.
- Ein Link, gern mehrfach, aber immer zur selben Seite.
- Ein Satz Haltung. Warum machst du diese Aktion, und warum gerade so? Zwei Sätze dazu unterscheiden dich von jedem Shop in diesem Postfach.
Darf ich „Black Friday“ überhaupt schreiben?
Ja. Die Wortmarke „Black Friday“ ist gelöscht. Der Bundesgerichtshof hat das mit einem Beschluss vom 29. Juni 2023 endgültig bestätigt.
Jahrelang hielt sich der Rat, den Begriff zu meiden und stattdessen „Black Week“ oder „Cyber Weekend“ zu schreiben, weil eine Firma die Marke eingetragen hatte und Händler abmahnen ließ. Dieser Rat taucht bis heute auf, sogar in der KI-Antwort, die Google im Oktober 2026 zur Suche „black friday newsletter“ anzeigt. Er ist überholt.
Was weiterhin gilt, ist das Übliche: Eine Rabattaktion braucht einen echten Vorher-Preis, ein angekündigtes Ende muss stimmen, und Werbung per Mail darf nur an Menschen gehen, die eingewilligt haben. Wer über Black Friday Adressen aus der Kundenkartei anschreibt, die sich nie eingetragen haben, hat ein ganz anderes Problem als den Begriff. Ich bin keine Rechtsanwältin. Wenn du unsicher bist, lass deine Aktion vorher einmal prüfen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Stilberaterin wollte im letzten Jahr beim Black Friday mitmachen und hatte schon den Betreff geschrieben: „30 Prozent auf die Farbberatung“. Wir haben vorher gerechnet. Bei ihrer Auslastung im Dezember hätte sie für die gleichen Termine schlicht weniger verdient.
Stattdessen hat sie ihren Farbpass als Arbeitsheft zum Ausdrucken angeboten, normal für 29 Euro, vom Freitag bis Montag für 19 Euro. Dazu einen Satz in jeder Mail: Wer im Januar eine Beratung bucht, bekommt den Kaufpreis angerechnet. Vier Mails an gut 500 Leserinnen, und eine am Dienstag zum Abschluss.
Verkauft hat sie 31 Arbeitshefte. Im Januar kamen vier Buchungen für die Farbberatung zum vollen Preis, alle vier von Frauen, die das Heft gekauft hatten. Und ihre Farbberatung kostet in diesem Jahr dasselbe wie im letzten. Darum ging es.
Mein Rat zum Schluss
Du musst bei Black Friday nicht mitmachen. Wenn du es tust, dann mit etwas, das deinen Preis nicht beschädigt: einem digitalen Produkt, einem Bonus, einem Platz im Kalender oder einer Aktion für deine Liste. Und mit fünf ruhigen Mails statt fünfzehn lauten.
Fang früh genug an. Wer am 26. November ein Angebot erfindet, schreibt hektische Mails. Wer Anfang November weiß, was kommt, schreibt sie in Ruhe und plant sie vor.
Häufige Fragen zum Black-Friday-Newsletter
Wann sollte der erste Black-Friday-Newsletter verschickt werden?
Eine Woche vorher als Ankündigung, 2026 also am Freitag, dem 20. November. Das eigentliche Angebot geht am Black Friday selbst raus, am 27. November. Große Shops beginnen schon Mitte November, für eine Dienstleisterin mit kleiner Liste reicht eine Woche Vorlauf.
Wie viele Mails braucht ein Black-Friday-Newsletter?
Für eine kleine Liste fünf: Ankündigung, Öffnung, eine Erinnerung am Wochenende, eine letzte Erinnerung am Montagabend und eine Abschlussmail am Dienstag. Mehr Mails bringen bei Dienstleisterinnen selten mehr Verkäufe, aber zuverlässig mehr Abmeldungen.
Darf ich den Begriff Black Friday im Newsletter verwenden?
Ja. Die Wortmarke „Black Friday“ wurde gelöscht, der Bundesgerichtshof hat das am 29. Juni 2023 endgültig bestätigt. Der alte Rat, auf „Black Week“ auszuweichen, ist damit überholt.
Sollte ich als Dienstleisterin Rabatt auf meine Leistung geben?
Besser nicht. Ein Rabatt auf deine Arbeitszeit signalisiert, dass der Normalpreis zu hoch war, und er senkt deinen Verdienst für Termine, die du ohnehin hättest. Besser funktionieren ein digitales Produkt zum Sonderpreis, ein Bonus zum normalen Preis oder ein begrenzter Platz im Kalender.
Deine Manuela
Wenn du mehr wissen möchtest
Du hast eine Idee für deine Aktion, aber keine Zeit, fünf Mails anzulegen, ein Schlagwort für die Abbestellung zu setzen und alles auf den richtigen Tag vorzuplanen?
Das übernehme ich: Du schickst mir deine Texte oder wir schreiben sie zusammen, ich pflege sie in dein Tool ein und plane sie vor. Dann kannst du das Wochenende verbringen, wie du willst.
Geschrieben von Manuela Bletzer
Ich richte Newsletter für soloselbstständige Frauen ein, von analog zu digital. Was hier steht, kommt aus der Arbeit mit meinen Kundinnen: die Fragen, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen.