· von Manuela Bletzer · 6 Minuten Lesezeit Newsletter

Newsletter-Ideen: 40 Themen, wenn dir nichts einfällt

Der Newsletter ist eingerichtet, die Liste wächst, der Versandtag steht im Kalender. Und dann sitzt du vor dem leeren Feld und denkst: Was soll ich denen eigentlich schreiben?

Das ist der Moment, in dem die meisten Newsletter sterben. Nicht an der Technik, nicht am Datenschutz – an der dritten Ausgabe, für die kein Thema da war.

Hier sind 40 Newsletter-Ideen, die du nicht erfinden musst, weil du sie schon hast. Und dazu die Methode, mit der du sie einsammelst, bevor du sie brauchst.

Warum dir nichts einfällt, und was die bessere Frage ist

Weil du die falsche Frage stellst. „Was ist interessant?“ führt ins Leere. „Was haben mich meine Kundinnen diese Woche gefragt?“ führt zu einer Liste.

Interessant ist ein Maßstab, an dem alles scheitert, was du schreiben könntest – es gibt immer jemanden, der es schon geschrieben hat. Deine Kundinnen dagegen fragen dich Dinge, die für sie neu sind. Sie wissen nicht, was du weißt. Genau das ist dein Vorrat.

Ein Newsletter für Dienstleisterinnen lebt nicht von Neuigkeiten. Er lebt davon, dass eine Person mit Erfahrung regelmäßig etwas erklärt, einordnet oder zeigt. Die 40 Ideen unten kommen deshalb aus sechs Quellen, die du ohnehin hast.

Die 40 Newsletter-Ideen

Sortiert nach der Quelle, aus der sie kommen. Du wirst nicht alle brauchen – aber aus jeder Gruppe zwei, und du hast ein Jahr voll.

Aus deiner Arbeit (8 Ideen)

  1. Ein Fehler, den du diese Woche bei einer Kundin gesehen hast – anonymisiert, mit dem Weg raus.
  2. Der eine Handgriff, der dir am meisten Zeit spart. Jede Branche hat einen.
  3. Ein Vorher-Nachher aus deinem Alltag: Was war, was ist, was hat es gebracht.
  4. Ein Werkzeug, das du benutzt, und warum gerade dieses.
  5. Ein Werkzeug, das du wieder abgeschafft hast, und was du daraus gelernt hast.
  6. Was du in deiner Ausbildung gelernt hast, das heute nicht mehr stimmt.
  7. Der Moment, in dem du dich entschieden hast, dich selbstständig zu machen.
  8. Was du heute anders machst als vor fünf Jahren.

Fragen deiner Kundinnen (6 Ideen)

  1. Die Frage, die dir im Erstgespräch am häufigsten gestellt wird.
  2. Die Frage, die dir niemand stellt – aber alle stellen sollten.
  3. Ein Missverständnis, das du regelmäßig ausräumen musst.
  4. „Lohnt sich das für mich?“ – ehrlich beantwortet, mit den Fällen, in denen es sich nicht lohnt.
  5. „Was kostet das?“ – die Rechnung, die sonst niemand aufmacht.
  6. Eine Frage aus einer Antwort auf deinen letzten Newsletter. Wer antwortet, liefert dir das nächste Thema.

Hinter den Kulissen (6 Ideen)

  1. Wie ein Auftrag bei dir abläuft, Schritt für Schritt.
  2. Was du an einem normalen Dienstag machst.
  3. Woran du gerade arbeitest und was daran hakt.
  4. Was du dieses Jahr gelernt hast, in einem Kurs, einem Buch oder von einer Kundin.
  5. Ein Blick auf deinen Arbeitsplatz. Ja, wirklich – Menschen wollen wissen, wer da schreibt.
  6. Warum du etwas nicht anbietest, obwohl es alle anbieten.

Meinung und Haltung (6 Ideen)

  1. Ein Ratschlag aus deiner Branche, den du für falsch hältst – mit Begründung.
  2. Ein Trend, den du bewusst nicht mitmachst.
  3. Was du an deiner Branche nicht magst.
  4. Ein Buch, ein Podcast oder ein Artikel, der dich geärgert hat, und warum.
  5. Was „gut gemacht“ in deinem Fach wirklich heißt.
  6. Wem du nicht helfen kannst und warum es besser ist, das vorher zu sagen.

Saison und Anlass (6 Ideen)

  1. Januar: Was du dieses Jahr weglässt. Nicht „Vorsätze“, sondern Streichliste.
  2. Vor den Sommerferien: Was jetzt vorbereitet werden sollte, damit der Herbst ruhig wird.
  3. September: Der eigentliche Jahresbeginn für Selbstständige – was du bis Dezember noch schaffst.
  4. November: Was du im nächsten Jahr anders anbieten wirst.
  5. Dezember: Kein Weihnachtsgruß, sondern ein ehrlicher Jahresrückblick mit Zahlen.
  6. Ein Anlass aus deiner Branche: Steuertermin, Saisonstart, neue Vorschrift.

Dein Angebot (6 Ideen)

  1. Für wen dein Angebot gedacht ist und für wen nicht.
  2. Was eine Kundin nach der Zusammenarbeit anders macht. Eine Geschichte, kein Testimonial.
  3. Die drei häufigsten Einwände gegen dein Angebot – ehrlich beantwortet.
  4. Was in deinem Angebot drin ist, das im Prospekt nicht steht.
  5. Ein freier Platz, ein neuer Termin, eine Warteliste – gesagt, nicht angeschrien.
  6. Was passiert, wenn man es nicht macht. Die Rechnung des Abwartens.

Für Notfälle (2 Ideen)

  1. Deine drei meistgelesenen Newsletter des Jahres, kurz zusammengefasst – mit Link.
  2. Eine Frage an deine Leserinnen. Nur die Frage, sonst nichts. Die Antworten sind dein Themenplan fürs nächste Quartal.

Übrigens: Viermal im Jahr schreibe ich mit einer Kollegin das Magazin „digital durchstarten." – für 0 Euro. Darin geht es um mehr als Newsletter: Marketing und Strategie, Technik und KI, digitale Produkte. Magazin abonnieren

Die 15-Minuten-Methode gegen leere Seiten

Sammle Themen, wenn sie dir begegnen – nicht, wenn du sie brauchst. Das ist der ganze Trick, und er kostet fünfzehn Minuten pro Woche.

  1. Eine Notiz auf dem Handy mit dem Titel „Newsletter“. Nicht mehr. Kein System, keine App, keine Tabelle.
  2. Jede Kundinnenfrage kommt sofort hinein. Ein Stichwort reicht: „Steuernummer im Impressum?“ Das dauert acht Sekunden.
  3. Freitag, fünfzehn Minuten: Liste durchgehen, das Thema für die nächste Ausgabe auswählen, zwei Sätze dazu schreiben. Mehr nicht.
  4. Einmal im Quartal aus der Liste einen groben Plan machen. Dafür gibt es meinen Redaktionsplan als Excel-Vorlage – kostenlos, ein Blatt pro Monat.

Nach vier Wochen hast du mehr Themen auf der Liste, als du in einem Jahr schreiben kannst. Das Problem dreht sich um: Du musst aussortieren statt suchen.

Was nicht in den Newsletter gehört

Alles, was du schreibst, weil du glaubst, du müsstest. Drei Dinge streiche ich bei Kundinnen regelmäßig heraus:

  • „Heute möchte ich euch erzählen …“ als Einstieg. Erzähl es einfach.
  • Der Wochenrückblick ohne Erkenntnis. Was du gemacht hast, interessiert niemanden – was du dabei gelernt hast, schon.
  • Fünf Themen in einer Ausgabe. Ein Thema, sauber erklärt, wird gelesen. Fünf Themen werden überflogen. Wie so eine Ausgabe konkret aussehen kann, zeigen meine E-Mail-Marketing-Beispiele aus der Praxis.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Innenarchitektin kam mit dem Satz zu mir: „Ich hab alles schon mal geschrieben.“ Sie verschickte seit einem Jahr monatlich einen Newsletter und war überzeugt, ihre Themen seien durch.

Wir haben eine Stunde lang nur ihre Erstgespräche der letzten drei Monate durchgesehen. Was hatten die Kundinnen gefragt? 23 verschiedene Fragen. Zu 19 davon hatte sie noch nie eine Zeile geschrieben – weil ihr die Antworten so selbstverständlich vorkamen, dass sie ihr nicht als Thema auffielen.

Sie hat die Handy-Notiz angelegt und schreibt seitdem jede Frage sofort auf. Ihr Newsletter erscheint jetzt alle zwei Wochen statt monatlich, und ihre Liste ist der Themenplan bis ins nächste Jahr.

Mein Rat zum Schluss

Dir fehlen keine Newsletter-Ideen. Dir fehlt der Ort, an dem du sie einsammelst, und die Gewohnheit, das sofort zu tun.

Nimm von den 40 Ideen die fünf, die dich beim Lesen angesprungen haben, schreib sie in die Handy-Notiz, und den Rest liefern deine Kundinnen. Wie du aus der Liste einen Rhythmus machst, steht in E-Mail-Marketing-Strategie in 5 Schritten.

Häufige Fragen zu Newsletter-Ideen

Was sollte in einem Newsletter stehen?
Ein Thema pro Ausgabe, das eine echte Frage deiner Kundinnen beantwortet – erklärt von dir, mit einem Beispiel aus deiner Arbeit. Dazu ein einziger Handlungsaufruf. Was nicht hineingehört: fünf Themen gleichzeitig, ein Wochenrückblick ohne Erkenntnis und Einleitungen wie „heute möchte ich euch erzählen“.

Wie oft sollte ich meinen Newsletter verschicken?
So oft, wie du es ein Jahr lang durchhältst. Für die meisten Solo-Unternehmerinnen ist das alle zwei Wochen oder monatlich. Regelmäßig alle vier Wochen schlägt jeden ambitionierten Wochenplan, der nach der sechsten Ausgabe abbricht.

Darf ich Themen wiederholen?
Ja, und du solltest es. Ein Thema von vor einem Jahr haben viele deiner heutigen Leserinnen nie gesehen, und die anderen haben es vergessen. Schreib es neu, mit einem aktuellen Beispiel – nicht kopieren, sondern noch einmal erklären.

Woher weiß ich, welche Themen meine Leserinnen interessieren?
Aus zwei Quellen: den Fragen in deinen Erstgesprächen und den Klicks in deinen bisherigen Ausgaben. Welche Links wurden am häufigsten geklickt? Das Thema dahinter verdient eine eigene Ausgabe. Wie du das ausliest, steht in Newsletter-Kennzahlen: welche Zahlen wirklich zählen.

Deine Manuela

Wenn du mehr wissen möchtest

Du hast jetzt die Themen – aber keine Zeit, sie regelmäßig zu schreiben, zu bauen und zu verschicken?

In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir, welcher Teil bei dir bleibt und welchen ich dir abnehmen kann, damit der Newsletter tatsächlich erscheint.

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Manuela Bletzer

Geschrieben von Manuela Bletzer

Ich richte Newsletter für soloselbstständige Frauen ein, von analog zu digital. Was hier steht, kommt aus der Arbeit mit meinen Kundinnen: die Fragen, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen.

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