Newsletter
Der Preheader: das unterschätzte Feld im Newsletter
Schau einmal in dein eigenes Postfach. Unter jedem Betreff steht eine graue Zeile. Bei den meisten Newslettern steht dort: „Wird diese E-Mail nicht richtig angezeigt? Hier im Browser öffnen.“
Das ist der Preheader – und in diesem Fall ist er verschenkt. Er ist die zweite Chance, deine Leserin zum Öffnen zu bringen, und die einzige Stelle im ganzen Newsletter, die fast alle vergessen.
Ich erkläre dir, was hineingehört, wie lang er sein darf, wo du ihn in deinem Tool findest – und gebe dir zehn Beispiele, die du für dein Business umschreiben kannst.
Was ist ein Preheader?
Der Preheader ist der kurze Vorschautext, der im Postfach direkt neben oder unter der Betreffzeile angezeigt wird – bevor die E-Mail geöffnet ist. Auf dem Handy steht er unter dem Betreff, am Rechner meist dahinter.
Der Name kommt aus dem Englischen: „vor der Kopfzeile“. Andere Bezeichnungen sind Vorschautext, Preview-Text oder – bei MailerLite – „Vorschau“.
Wichtig zu wissen: Wenn du nichts einträgst, bleibt die Zeile nicht leer. Dann zieht sich das Mailprogramm einfach die ersten Wörter aus deiner E-Mail. Und die ersten Wörter sind bei den meisten Vorlagen ein technischer Hinweis oder das Alt-Attribut deines Logos. Deshalb steht in so vielen Postfächern „Im Browser anzeigen“ oder „Logo_final_2.png“.
Warum er über die Öffnung mitentscheidet
Weil deine Leserin im Postfach genau drei Dinge sieht: wer schreibt, worum es geht, und den Preheader. Aus diesen drei Zeilen entscheidet sie in unter zwei Sekunden.
Der Absendername sagt: Kenne ich die? Der Betreff sagt: Geht mich das an? Und der Preheader ist die Zeile, die den Ausschlag gibt, wenn der Betreff allein nicht reicht. Er ist kein Zusatz, sondern der zweite Teil der Betreffzeile – nur mit mehr Platz.
Auf dem Handy, wo die Mehrheit deiner Leserinnen öffnet, nimmt der Preheader oft mehr Platz ein als der Betreff selbst. Ihn leer zu lassen heißt, die Hälfte deiner Fläche im Postfach abzugeben.
Wie lang darf ein Preheader sein?
Die wichtigste Botschaft in die ersten 40 Zeichen. Alles bis 90 Zeichen ist Bonus, der nur in manchen Programmen sichtbar wird.
Wie viel angezeigt wird, entscheidet nicht du, sondern das Mailprogramm deiner Leserin:
- Outlook am Rechner: etwa 35 bis 40 Zeichen
- iPhone Mail: rund 80 bis 90 Zeichen, auf zwei Zeilen
- Gmail im Browser: bis zu 90 oder mehr, je nach Fensterbreite – der Rest der Zeile wird mit dem Betreff geteilt
Die Regel daraus: Schreib den Preheader so, dass er nach 40 Zeichen abgeschnitten werden kann und trotzdem Sinn ergibt. Der Kern nach vorn, die Ergänzung nach hinten.
Fünf Regeln für einen guten Preheader
Ein guter Preheader ergänzt den Betreff – er wiederholt ihn nicht, und er ersetzt ihn nicht.
- Nie den Betreff wiederholen. „Neue Termine im Oktober“ als Betreff und „Neue Termine im Oktober“ als Preheader – das ist die häufigste Verschwendung. Die Zeile darunter muss etwas Neues sagen.
- Den Betreff weiterdenken. Der Betreff stellt die Frage, der Preheader gibt einen Vorgeschmack auf die Antwort. Oder: Der Betreff nennt das Thema, der Preheader den Nutzen.
- Konkret werden. Eine Zahl, ein Name, ein Beispiel. „Drei Minuten Lesezeit“ ist konkret. „Spannende Einblicke“ ist nichts.
- Wie ein Mensch schreiben. Der Preheader darf wie der erste Satz eines Gesprächs klingen. Er ist kein Werbebanner.
- Den Kern nach vorn. Weil Outlook nach 35 Zeichen abschneidet. Der Nebensatz kommt hinten.
Zehn Beispiele für Dienstleisterinnen
Immer als Paar – der Preheader funktioniert nur zusammen mit dem Betreff. Die Beispiele sind bewusst aus verschiedenen Branchen, schreib sie für deine um.
- Betreff: Warum deine Steuernummer nicht ins Impressum gehört
Preheader: Der Fehler steht in jedem zweiten Newsletter. Zwanzig Minuten, dann ist er weg. - Betreff: Drei Klientinnen, ein Muster
Preheader: Was alle drei im Erstgespräch gesagt haben – und was ich daraus gelernt habe. - Betreff: Der Herbst ist der bessere Jahresanfang
Preheader: Was du bis Dezember noch schaffst, wenn du jetzt anfängst. - Betreff: Ich hab das Tool wieder abgeschafft
Preheader: Nach acht Monaten. Hier ist der Grund – und was ich stattdessen nutze. - Betreff: Ein freier Platz im November
Preheader: Für wen der passt, für wen nicht, und was wir in den vier Wochen machen. - Betreff: Die Frage, die mir niemand stellt
Preheader: Dabei ist sie wichtiger als alle, die ich jede Woche höre. - Betreff: Was „gute Ernährung“ nicht heißt
Preheader: Drei Ratschläge aus meiner Ausbildung, die ich heute nicht mehr gebe. - Betreff: 41 statt 18 Prozent
Preheader: Was eine Kundin an ihrem Newsletter geändert hat. Kein einziger Betreff war dabei. - Betreff: Mein Jahr in Zahlen
Preheader: Umsatz, Absagen, Fehlentscheidungen. Ehrlich, nicht poliert. - Betreff: Eine Frage an dich
Preheader: Nur eine. Antworte einfach auf diese Mail, ich lese jede Antwort.
Wo trägst du den Preheader ein?
In den Einstellungen der Kampagne, direkt unter der Betreffzeile – in allen gängigen Tools.
- MailerLite: Beim Anlegen der Kampagne, das Feld heißt „Vorschautext“ und steht direkt unter „Betreff“.
- CleverReach: In den Kampagnen-Einstellungen unter „Preheader“.
- ActiveCampaign: Im Schritt „Zusammenfassung“ der Kampagne, Feld „Preheader-Text“.
Wenn du ihn in deiner Newsletter-Vorlage als festen Textbaustein hinterlegt hast, überschreibt der Eintrag im Kampagnenfeld ihn in der Regel. Prüf das mit einem Testversand an dich selbst – und schau auf dem Handy nach, nicht am Rechner.
Ein Beispiel aus der Praxis
Bei einer Kundin stand seit zwei Jahren unter jedem Betreff: „Wird diese E-Mail nicht richtig angezeigt? Klicken Sie hier.“ Sie hatte es nie bemerkt, weil sie ihren eigenen Newsletter nie im Postfach angeschaut hatte – nur in der Vorschau des Tools.
Wir haben für die nächsten drei Ausgaben Preheader geschrieben, sonst nichts geändert. Die Öffnungsrate stieg von 31 auf 36 Prozent. Das klingt nach wenig. Bei ihren 900 Adressen sind es 45 Menschen mehr pro Ausgabe, die ihren Text lesen – für einen Satz, der sie zwei Minuten kostet.
Fazit
Der Preheader ist die günstigste Verbesserung, die dein Newsletter bekommen kann: eine Zeile, zwei Minuten, in jedem Tool vorhanden.
Schreib ihn immer zusammen mit dem Betreff, als Paar. Den Kern in die ersten 40 Zeichen. Und schau dir das Ergebnis einmal in deinem eigenen Postfach an – auf dem Handy. Was sonst noch die Öffnungsrate bewegt, steht im Artikel dazu.
Häufige Fragen zum Preheader
Was ist ein Preheader im Newsletter?
Der kurze Vorschautext, der im Postfach neben oder unter der Betreffzeile steht, bevor die E-Mail geöffnet wird. Trägst du nichts ein, zeigt das Mailprogramm die ersten Wörter deiner E-Mail an – oft einen technischen Hinweis wie „Im Browser anzeigen“. Deshalb solltest du ihn immer selbst schreiben.
Wie lang sollte ein Preheader sein?
Die Kernaussage in die ersten 40 Zeichen, insgesamt bis etwa 90. Outlook am Rechner zeigt nur rund 35 bis 40 Zeichen, iPhone Mail und Gmail deutlich mehr. Schreib ihn so, dass er nach 40 Zeichen abgeschnitten werden kann und trotzdem Sinn ergibt.
Was ist der Unterschied zwischen Betreffzeile und Preheader?
Der Betreff nennt das Thema oder stellt die Frage, der Preheader ergänzt ihn mit dem Nutzen, einem Vorgeschmack oder einem konkreten Detail. Beide zusammen sind eine Einheit. Der häufigste Fehler ist, im Preheader den Betreff einfach zu wiederholen.
Wo trage ich den Preheader ein?
In den Kampagnen-Einstellungen deines Newsletter-Tools, direkt unter der Betreffzeile. Bei MailerLite heißt das Feld „Vorschautext“, bei CleverReach „Preheader“, bei ActiveCampaign „Preheader-Text“. Prüf das Ergebnis mit einem Testversand auf dein Handy.
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Deine Manuela
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