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Newsletter-Öffnungsrate verbessern: was wirklich hilft

Die Öffnungsrate ist die Zahl, die jede nach dem Versand als Erste anschaut – und die Zahl, über die am meisten Unsinn erzählt wird. „Unter 20 Prozent ist schlecht.“ „Dienstag um zehn ist am besten.“ „Emojis im Betreff bringen fünf Prozent mehr.“

Nichts davon stimmt so pauschal. Was stimmt: Die Öffnungsrate lässt sich bewegen, und zwar an sechs Stellen. Die meisten drehen an der falschen.

Ich zeige dir, welcher Wert für ein Solo-Business realistisch ist, warum du der Zahl seit 2021 nicht mehr ganz trauen darfst, und welche Hebel wirklich wirken – in der Reihenfolge, in der ich sie bei Kundinnen anfasse.

Was ist eine gute Öffnungsrate beim Newsletter?

Für eine Solo-Unternehmerin mit einer kleinen, selbst aufgebauten Liste sind 35 bis 50 Prozent normal. Der Branchendurchschnitt liegt deutlich darunter – bei rund 23 Prozent.

Die Öffnungsrate ist der Anteil der zugestellten E-Mails, die geöffnet wurden. 100 E-Mails zugestellt, 40 geöffnet: 40 Prozent. Das Newsletter-Tool rechnet das für dich aus, du musst nichts tun.

Die Zahlen zur Einordnung, gemessen über alle Branchen (Brevo-Benchmark 2026):

  • Durchschnitt: 23 Prozent
  • Die besten 10 Prozent der Versender: über 35 Prozent
  • Willkommensmails: rund 50 Prozent – die erste Mail wird fast immer geöffnet

Warum du als Solo-Unternehmerin über dem Durchschnitt liegen solltest: Der Durchschnitt wird von Onlineshops mit hunderttausend Adressen gebildet, die dreimal pro Woche Rabatte verschicken. Deine Liste ist klein, deine Leserinnen kennen dich, und sie haben sich bewusst eingetragen. 40 Prozent sind für dich kein Ausnahmewert, sondern die Erwartung. Liegst du bei 20, ist etwas zu tun.

Warum die Zahl seit 2021 ungenau ist

Weil Apple seit Herbst 2021 die E-Mails seiner Nutzerinnen vorab öffnet – und dein Tool das als echte Öffnung zählt.

Technisch funktioniert die Messung über ein winziges, unsichtbares Bild in der E-Mail. Wird das Bild geladen, gilt die Mail als geöffnet. Zwei Dinge machen das ungenau:

  • Apple Mail lädt das Bild automatisch, auch wenn die Empfängerin die Mail nie anschaut. Das heißt: Bei allen, die iPhone oder Mac nutzen, wird die Öffnung zu hoch gemessen. Das betrifft in Deutschland grob die Hälfte deiner Liste.
  • Andere Programme blockieren Bilder, bis jemand klickt. Dort wird eine echte Öffnung gar nicht gezählt.

Was das für dich heißt: Die Öffnungsrate ist eine Richtungsangabe, keine Messung. Vergleiche deine eigenen Ausgaben untereinander – das funktioniert, weil der Fehler immer derselbe ist. Vergleiche dich nicht mit fremden Zahlen auf die Nachkommastelle. Und schau immer auch auf die Klickrate: Ein Klick lässt sich nicht vorab simulieren. Welche Zahlen du wirklich brauchst, steht in Newsletter-Kennzahlen: welche Zahlen wirklich zählen.

Sechs Hebel – in der Reihenfolge ihrer Wirkung

Die meisten fangen beim Betreff an. Der ist wichtig, aber erst der zweite Hebel. Der erste ist der Absendername.

  1. Der Absendername. Was steht im Postfach vor dem Betreff? „Praxis für Ernährungsberatung“ oder „Sabine Müller“? Menschen öffnen Mails von Menschen. Dein Vorname und Nachname, sonst nichts – kein „Newsletter“, kein „Team“, kein „info“. Das ist der Hebel mit der größten Wirkung, und er kostet dich eine Minute in den Einstellungen.
  2. Die Betreffzeile. Konkret statt clever. „Warum deine Steuernummer nicht ins Impressum gehört“ schlägt „Wichtige Infos für dich“. Was funktioniert, mit 30 Beispielen, steht in Betreffzeilen, die geöffnet werden. Und direkt darunter der Preheader – die zweite Zeile im Postfach, die fast alle leer lassen.
  3. Die Zustellbarkeit. Was im Spam landet, wird nicht geöffnet. Drei Dinge entscheiden: eine eigene Absenderadresse mit deiner Domain statt Gmail oder GMX, die technische Freigabe dieser Domain in deinem Tool (dein Tool zeigt dir, ob sie fehlt), und eine Vorlage ohne Bilderwüste. Wie eine solche Vorlage aussieht, steht in Newsletter-Vorlage, die zu deiner Marke passt.
  4. Die Listenpflege. Wer seit einem Jahr nichts geöffnet hat, öffnet auch die nächste nicht – drückt aber deine Rate und schadet deinem Ruf bei Gmail und Co. Einmal im Jahr: alle, die zwölf Monate lang nichts geöffnet haben, bekommen eine letzte Mail mit der Frage, ob sie bleiben wollen. Wer nicht reagiert, geht. Deine Liste wird kleiner und deine Öffnungsrate steigt – nicht kosmetisch, sondern weil du an die Richtigen schreibst.
  5. Der Rhythmus. Regelmäßig schlägt häufig. Wer alle zwei Wochen kommt, wird erwartet. Wer dreimal im Monat und dann vier Monate gar nicht kommt, wird vergessen – und beim nächsten Mal für Spam gehalten.
  6. Der Versandzeitpunkt. Ganz unten, mit Absicht. Er macht bei kleinen Listen zwei, drei Prozentpunkte aus, nicht mehr. Probier zwei Tage aus, bleib bei dem besseren, und hör auf, darüber nachzudenken.

Was nicht hilft

Alles, was den Betreff dringlicher klingen lässt, als die Mail ist. Es bringt einmal eine Öffnung und danach Misstrauen.

  • „Re:“ oder „AW:“ im Betreff, als wäre es eine Antwort. Wird als Täuschung erkannt und kostet Vertrauen.
  • Großbuchstaben und mehrere Ausrufezeichen. Das erste Muster, nach dem Spamfilter suchen.
  • Emojis als Trick. Ein Emoji ist kein Fehler, aber auch keine Strategie. Bei einer Zielgruppe ab 45 wirken sie in meiner Erfahrung eher wie Werbung.
  • Der zweite Versand an alle Nicht-Öffner. Ein Klassiker der Tool-Anbieter. Bei kleinen Listen erzeugt er vor allem Abmeldungen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Coachin kam mit 18 Prozent Öffnungsrate zu mir und wollte „bessere Betreffzeilen“. Die Betreffzeilen waren in Ordnung. Das Problem lag woanders.

Absender war „Coaching & Beratung Newsletter“. Ihre Liste hatte gut 600 Adressen, davon 220, die seit über einem Jahr nichts geöffnet hatten – viele aus einem Gewinnspiel von 2023. Und sie verschickte über eine Gmail-Adresse.

Wir haben drei Dinge geändert: Absender auf ihren Namen, die 220 inaktiven Adressen nach einer letzten Mail entfernt, eine Absenderadresse mit ihrer eigenen Domain eingerichtet. Kein einziger Betreff wurde angefasst.

Die nächste Ausgabe ging an 380 Adressen und hatte eine Öffnungsrate von 41 Prozent. Nicht, weil plötzlich mehr Menschen gelesen haben – die Zahl der Öffnungen war fast gleich. Sondern weil sie nicht mehr an Leute schrieb, die es nie lesen wollten. Und weil ihr Name im Postfach stand statt eines Firmenschilds.

Fazit

Die Öffnungsrate ist eine grobe Richtungsangabe – nimm sie ernst, aber nicht wörtlich. Für eine kleine, selbst aufgebaute Liste sind 35 bis 50 Prozent die Erwartung, nicht das Ziel.

Wenn du dran drehen willst, fang beim Absendernamen an, nicht beim Betreff. Räum einmal im Jahr die Liste auf. Und schau nach dem Versand auf die Klicks, nicht nur auf die Öffnungen – die lügen weniger.

Häufige Fragen zur Newsletter-Öffnungsrate

Was ist eine gute Öffnungsrate bei einem Newsletter?
Für eine Solo-Unternehmerin mit einer kleinen, selbst aufgebauten Liste sind 35 bis 50 Prozent ein normaler Wert. Der Durchschnitt über alle Branchen liegt bei rund 23 Prozent (Brevo-Benchmark 2026), wird aber von großen Onlineshops geprägt. Liegst du unter 20 Prozent, lohnt sich ein Blick auf Absendername, Zustellbarkeit und Listenpflege.

Was genau ist die Öffnungsrate?
Der Anteil der zugestellten E-Mails, die geöffnet wurden. 100 zugestellte Mails, 40 geöffnet: 40 Prozent. Gemessen wird über ein unsichtbares Bild in der E-Mail – deshalb ist die Zahl ungenau: Apple Mail lädt es automatisch (zu hoch), andere Programme blockieren es (zu niedrig). Nutze sie zum Vergleich deiner eigenen Ausgaben, nicht als absolute Wahrheit.

Warum sinkt meine Öffnungsrate?
Meist aus einem von drei Gründen: Die Liste wächst um Adressen, die nie lesen wollten (Gewinnspiele, alte Kontakte), deine Mails rutschen in den Werbe-Reiter oder Spam, oder du bist zu lange nicht erschienen und wirst nicht mehr erkannt. Prüf zuerst, wann du zuletzt inaktive Adressen entfernt hast.

Ist die Klickrate wichtiger als die Öffnungsrate?
Ja. Ein Klick lässt sich nicht automatisch vorab auslösen wie eine Öffnung, deshalb ist er die ehrlichere Zahl. Eine gute Klickrate liegt für kleine Listen bei 4 bis 10 Prozent der zugestellten Mails. Und die ehrlichste Zahl von allen: Wer hat auf deine Mail geantwortet?

Deine Öffnungs- und Klickraten enttäuschen dich, und du weißt nicht, an welchem der sechs Hebel du zuerst drehen sollst?

Genau dafür gibt es die Newsletter-Optimierung: Ich schaue mir deine letzten Ausgaben, deine Liste und deine Einstellungen an und sage dir konkret, was du ändern kannst – und was du lassen kannst.

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Deine Manuela

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