· von Manuela Bletzer · 8 Minuten Lesezeit Newsletter

Launchplan für deinen Newsletter: der Ablauf in vier Wochen

„Ich mach dann mal einen Post, dass der Kurs jetzt online ist.“ So beginnen die meisten Launches, die ich gezeigt bekomme. Und so enden sie auch: mit drei Likes, einer Nachfrage per Direktnachricht und dem Gefühl, dass das Angebot wohl doch niemand will.

Das Angebot war selten das Problem. Es fehlte der Launchplan, also die Antwort auf die Frage, wer wann was erfährt. Und für diese Antwort ist dein Newsletter der beste Ort, den du hast: Dort lesen Menschen, die sich freiwillig für dich entschieden haben, und kein Algorithmus entscheidet, ob sie es zu sehen bekommen.

Ich zeige dir den Ablauf eines Launches über den Newsletter in vier Wochen, Mail für Mail, für eine Liste von ein paar hundert Adressen. Und die eine Mail, die fast alle vergessen.

Was ist ein Launch, und warum über den Newsletter?

Ein Launch ist der geplante Verkaufsstart eines Angebots mit festem Anfang und festem Ende. Zum Beispiel ein Onlinekurs, ein Gruppenprogramm, ein Workshop oder ein digitales Produkt. Das feste Ende ist der Teil, der den Unterschied macht: Ohne Ende gibt es keinen Grund, heute zu entscheiden statt irgendwann.

Der Newsletter ist dafür der wichtigste Kanal, weil er drei Dinge kann, die ein Beitrag in den sozialen Medien nicht kann:

  • Er kommt an. Eine Mail landet im Postfach, auch bei denen, die an diesem Tag nicht in den sozialen Medien unterwegs sind.
  • Er erzählt in Folgen. Du kannst über zwei Wochen etwas aufbauen, und deine Leserin bekommt jede Folge in der richtigen Reihenfolge.
  • Er ist messbar. Du siehst, wer geklickt hat, und kannst denen etwas anderes schreiben als denen, die schon gekauft haben.

Und der Newsletter ist der Ort, an dem Menschen gesagt haben: Ich will von dir hören. Das ist die beste Ausgangslage, die man für einen Verkauf haben kann.

Drei Fragen, bevor du planst

Was genau verkaufst du, bis wann, und an wen? Wer diese drei Fragen nicht in je einem Satz beantworten kann, hat noch keinen Launch, sondern eine Idee.

  1. Das Angebot in einem Satz. Nicht „mein neuer Kurs“, sondern „In sieben Tagen fastest du begleitet und in der Gruppe, auch wenn du es allein noch nie durchgehalten hast“. Wenn du den Satz nicht schreiben kannst, kann ihn auch deine Verkaufsmail nicht schreiben.
  2. Das Enddatum. Wann schließt die Anmeldung? Leg es fest, bevor die erste Mail rausgeht, und halte es. Ein Ende, das zweimal verlängert wird, glaubt dir beim nächsten Launch niemand mehr.
  3. Die Liste. Wie viele Menschen lesen gerade mit? Eine kleine Liste ist kein Hindernis, aber sie ändert die Erwartung. Mit 300 Adressen ist ein Launch mit acht oder zehn Teilnehmerinnen ein guter Launch, kein schlechter.

Ist die Liste noch sehr klein, lohnt es sich, vor dem Launch ein paar Wochen in den Aufbau zu stecken. Wie das ohne große Reichweite geht, steht in Newsletter-Abonnenten gewinnen.

Der Launchplan: vier Wochen im Postfach

Zwei Wochen aufwärmen, eine Woche ankündigen, eine Woche verkaufen, danach eine Mail zum Abschluss. Insgesamt sind das neun bis elf Mails, verteilt über vier Wochen. Das klingt nach viel. Verkaufsmails sind davon aber nur vier oder fünf.

ZeitpunktMailWorum es geht
Woche 1Inhaltliche MailEin Problem, das dein Angebot löst, und ein erster kleiner Schritt dazu. Kein Wort vom Angebot.
Woche 2Inhaltliche MailEin Fehler, den viele machen, oder eine Geschichte aus deiner Arbeit. Am Ende ein Satz: „Ich arbeite gerade an etwas dazu.“
Woche 3AnkündigungWas kommt, für wen es ist, wann es losgeht. Wer mag, trägt sich auf eine Warteliste ein.
Woche 4, Tag 1ÖffnungDas Angebot ist da: was es ist, was es kostet, bis wann man sich anmelden kann. Ein Link.
Woche 4, Tag 3Fragen und EinwändeDie drei Fragen, die dir am häufigsten gestellt werden, mit ehrlichen Antworten. Auch: für wen es nicht passt.
Woche 4, Tag 5BeispielEine Geschichte von jemandem, der den Weg schon gegangen ist, oder deine eigene.
Letzter Tag, morgensErinnerungHeute endet die Anmeldung, um wie viel Uhr. Kurz.
Letzter Tag, abendsLetzte ErinnerungNoch drei Stunden. Zwei Sätze und der Link.
DanachAbschlussDanke, die Tür ist zu, und wie es weitergeht. Dazu gleich mehr.

Die beiden inhaltlichen Mails am Anfang sind keine Pflichtübung. Sie sind der Grund, warum die Öffnung funktioniert. Wer zwei Wochen lang etwas Nützliches zu einem Thema bekommen hat, liest die Mail zum Angebot mit einem anderen Gefühl als jemand, der seit drei Monaten nichts von dir gehört hat.

Und noch etwas: Leg alle Mails fertig an und plane sie im Tool vor, bevor die erste rausgeht. Mitten im Launch schreibt niemand gute Texte. Man beantwortet Fragen, wird nervös und schaut alle zehn Minuten auf die Zahlen.

Was in eine Verkaufsmail gehört

Ein Angebot, ein Link, ein Enddatum. Alles andere ist Beiwerk und darf gern kurz bleiben.

  • Der Betreff sagt, worum es geht. „Ab heute: die begleitete Fastenwoche im Januar“ wird geöffnet, weil die Leserin weiß, worauf sie sich einlässt. Mehr dazu in Newsletter-Betreffzeile.
  • Der Preis steht drin. Wer den Preis erst nach dem Klick erfährt, fühlt sich hingehalten. Die Leserin, für die der Preis nicht passt, spart sich den Klick, und die, für die er passt, klickt umso entschlossener.
  • Ein einziger Link, gern zwei- oder dreimal im Text, aber immer zur selben Seite. Kein Link zum Blog, zu Facebook oder LinkedIn, zu deinem Podcast. In dieser Woche gibt es nur eine Tür.
  • Das Ende mit Datum und Uhrzeit. „Bis Sonntag“ reicht nicht. „Bis Sonntag, 29. November, 20 Uhr“ reicht.
  • Eine Antwortmöglichkeit. Ein Satz wie „Du bist unsicher, ob es passt? Antworte einfach auf diese Mail.“ bringt bei kleinen Listen oft mehr Anmeldungen als jede Formulierung im Text. Wer antwortet, hat eine Frage, und wer eine Frage hat, ist interessiert.

Übrigens: Viermal im Jahr schreibe ich mit einer Kollegin das Magazin „digital durchstarten." – für 0 Euro. Darin geht es um mehr als Newsletter: Marketing und Strategie, Technik und KI, digitale Produkte. Magazin abonnieren

Wie viele Mails sind zu viel?

Weniger, als du fürchtest. In einer Launchwoche sind vier bis fünf Mails normal, und es melden sich mehr Menschen ab als sonst. Das ist kein Unfall, sondern gehört dazu.

Wer sich während eines Launches abmeldet, hätte auch später nicht gekauft. Das ist hart zu lesen, entlastet aber: Diese Abmeldung ist kein Urteil über dich, sondern eine Leserin, die ein anderes Thema sucht. Die Abmelderate steigt in einer Verkaufswoche fast immer, und eine Woche später ist sie wieder da, wo sie vorher war. Was normal ist und was nicht, steht in Newsletter-Kennzahlen.

Einen Kniff gibt es, der Abmeldungen spürbar senkt: Biete in der ersten Verkaufsmail einen Link an, mit dem man nur die Launch-Mails abbestellen kann, nicht den ganzen Newsletter. „Kein Interesse am Kurs? Klick hier, dann bekommst du bis Sonntag keine Mails mehr dazu, und danach geht es normal weiter.“ Technisch ist das ein Schlagwort, das in deinem Tool die betreffenden Adressen vom Versand ausnimmt. Das kann jedes der gängigen Tools, ob MailerLite, CleverReach oder ActiveCampaign.

Die Mail, die fast alle vergessen

Die Mail nach dem Ende. Wenn die Anmeldung geschlossen ist, hören die meisten einfach auf. Der Newsletter schweigt zwei Wochen, weil man erschöpft ist, und dann kommt die nächste normale Ausgabe, als wäre nichts gewesen.

Dabei ist diese Mail eine der wichtigsten der ganzen Reihe. Sie hat drei Aufgaben:

  1. Danke sagen, an alle, nicht nur an die, die gekauft haben. Wer zwei Wochen lang Verkaufsmails gelesen hat, hat dir Aufmerksamkeit geschenkt.
  2. Die Tür schließen. „Die Anmeldung ist geschlossen.“ Das macht dein Enddatum glaubwürdig, für diesen Launch und für den nächsten.
  3. Sagen, wie es weitergeht. Ab nächster Woche wieder der gewohnte Newsletter, mit einem Thema, auf das man sich freuen kann. Wer nicht gekauft hat, soll wissen: Du bist hier weiterhin richtig.

Wer eine Warteliste für den nächsten Durchgang anbieten will, setzt sie genau hierhin. Das ist der Moment, in dem die Unentschlossenen merken, dass sie zu spät dran waren.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Fastenleiterin wollte zum ersten Mal eine Fastenwoche online begleiten, in einer kleinen Gruppe über Zoom. Ihre Liste hatte gut 340 Adressen, gesammelt über zwei Jahre mit einer Einkaufsliste für die Entlastungstage als Geschenk. Ihr erster Plan: eine Mail mit dem Link und dann abwarten.

Wir haben stattdessen vier Wochen geplant. Zwei Mails mit Tipps für die Entlastungstage, die man sofort ausprobieren kann. Eine Ankündigung. Dann vier Verkaufsmails in sieben Tagen und eine Abschlussmail. In der ersten Verkaufsmail stand der Link zum Abbestellen nur der Mails zur Fastenwoche, den haben elf Leserinnen genutzt.

Am Ende standen zwölf Teilnehmerinnen auf der Liste. Fünf davon hatten sich erst am letzten Tag angemeldet, drei nach der Abendmail. Sieben hatten vorher auf eine der Mails geantwortet und eine Frage gestellt, meistens dieselbe: ob man auch mitmachen kann, wenn man noch nie gefastet hat. Diese Frage steht beim zweiten Durchgang schon in der ersten Verkaufsmail.

Hätte sie nur die eine Mail geschickt, wären die fünf vom letzten Tag nie aufgetaucht. Nicht, weil sie die Fastenwoche nicht wollten, sondern weil niemand sie erinnert hätte.

Mein Rat zum Schluss

Ein Launch über den Newsletter ist kein lautes Ereignis, sondern ein ruhiger Plan: zwei Wochen etwas geben, eine Woche ankündigen, eine Woche verkaufen, und danach die Tür sichtbar schließen. Schreib alle Mails, bevor die erste rausgeht, und leg das Enddatum fest, bevor du anfängst.

Und rechne mit dem letzten Tag. Bei fast jedem Launch kommt ein großer Teil der Anmeldungen in den letzten 24 Stunden. Wer am Mittwoch die Nerven verliert, weil erst zwei gebucht haben, hat den wichtigsten Teil noch vor sich.

Häufige Fragen zum Launch über den Newsletter

Wie lange vorher sollte ich einen Launch planen?
Mindestens sechs Wochen vor der Öffnung: zwei Wochen für Angebot, Verkaufsseite und Mails, dann vier Wochen für den eigentlichen Ablauf im Newsletter. Wer einen Onlinekurs erst noch aufnehmen muss, plant entsprechend länger. Die Mails schreibst du am besten am Stück, bevor die erste rausgeht.

Wie viele Mails brauche ich für einen Launch?
Für eine kleine Liste neun bis elf Mails über vier Wochen: zwei inhaltliche, eine Ankündigung, vier bis fünf Verkaufsmails in der letzten Woche und eine Abschlussmail. Die meisten Anmeldungen kommen erfahrungsgemäß in den letzten 24 Stunden, deshalb gehören am letzten Tag zwei Erinnerungen dazu.

Lohnt sich ein Launch mit einer kleinen Liste?
Ja. Mit 300 Adressen sind acht oder zehn Anmeldungen ein guter Launch. Kleine Listen haben einen Vorteil, den große nicht haben: Du kannst auf jede Antwort persönlich eingehen, und genau das gibt bei vielen Unentschlossenen den Ausschlag.

Was ist der Unterschied zwischen Launch und Dauerangebot?
Ein Launch hat ein festes Ende, ein Dauerangebot ist jederzeit buchbar. Für ein Dauerangebot brauchst du eine Willkommensserie, die neue Abonnentinnen nach und nach hinführt. Für einen Launch brauchst du einen Plan mit Datum, an dem alle gleichzeitig teilnehmen.

Deine Manuela

Wenn du mehr wissen möchtest

Du hast das Angebot, aber keine Lust, zehn Mails in deinem Tool anzulegen, Schlagworte zu setzen und alles auf die Minute vorzuplanen?

Genau das übernehme ich: Du lieferst die Texte oder wir schreiben sie zusammen, ich lege die Mails an, plane sie vor und richte den Link zum Abbestellen nur der Launch-Mails ein.

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Manuela Bletzer

Geschrieben von Manuela Bletzer

Ich richte Newsletter für soloselbstständige Frauen ein, von analog zu digital. Was hier steht, kommt aus der Arbeit mit meinen Kundinnen: die Fragen, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen.

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