Newsletter
Willkommensmail schreiben: die erste E-Mail an neue Abonnentinnen
Jemand hat sich gerade in deinen Newsletter eingetragen. Sie hat den Bestätigungslink geklickt, sitzt vor dem Postfach und wartet. Was kommt jetzt?
Bei erschreckend vielen Newslettern: nichts. Oder ein Standardtext des Tools: „Vielen Dank für Ihre Anmeldung.“ Dabei ist das der Moment, in dem deine neue Leserin aufmerksamer ist als je wieder danach.
Ich zeige dir, was in eine Willkommensmail gehört, gebe dir eine Vorlage zum Ausfüllen, erkläre die Serie aus drei Mails – und wie du das Ganze einmal einrichtest, damit es ohne dich läuft.
Was ist eine Willkommensmail?
Die Willkommensmail ist die erste E-Mail, die eine neue Abonnentin automatisch bekommt, nachdem sie ihre Anmeldung bestätigt hat. Sie ist nicht die Bestätigungsmail – das ist die mit dem Link, den sie klicken muss. Die Willkommensmail kommt danach.
Der Unterschied ist wichtig, weil beide oft verwechselt werden. Die Bestätigungsmail ist Technik und Pflicht, sie gehört zum Double Opt-in. Die Willkommensmail ist der erste echte Kontakt – und der einzige Text, den mit Sicherheit jede in deiner Liste bekommen hat.
Warum sie die wichtigste Mail ist, die du verschickst
Weil sie mit rund 50 Prozent die höchste Öffnungsrate aller Newsletter-Mails hat – etwa das Doppelte einer normalen Ausgabe.
Der Grund ist einfach: Deine Leserin hat sich gerade entschieden. Sie hat ihre Adresse eingetragen, den Link geklickt, und sie erwartet etwas. In den nächsten Minuten liest sie alles, was von dir kommt. In zwei Wochen ist dein Newsletter eine von vierzig Mails im Postfach.
Die Willkommensmail entscheidet deshalb über drei Dinge: ob deine Leserin dein Freebie tatsächlich bekommt, ob sie versteht, was sie von dir erwarten darf – und ob sie deine nächste Mail öffnet, wenn sie in zwei Wochen zwischen den anderen vierzig steht.
Was in die Willkommensmail gehört – und was nicht
Fünf Dinge gehören hinein. Verkauf gehört nicht hinein.
Das gehört hinein:
- Das Versprochene. Wenn sie sich für ein Freebie eingetragen hat, steht der Link ganz oben. Nicht nach drei Absätzen Begrüßung – als Erstes.
- Ein Danke, das nach dir klingt. Ein Satz, nicht drei. „Schön, dass du da bist“ reicht, wenn es ehrlich gemeint ist.
- Was kommt, und wann. „Ich schreibe dir alle zwei Wochen, meist dienstags, über …“ Wer weiß, was kommt, meldet sich seltener ab, wenn es kommt.
- Wer du bist – in drei Sätzen. Nicht dein Lebenslauf. Warum du machst, was du machst, und für wen.
- Eine Frage. „Was ist gerade deine größte Frage zu …? Antworte einfach auf diese Mail.“ Das ist der wertvollste Satz der ganzen Willkommensmail: Wer antwortet, ist keine Adresse mehr, sondern ein Gespräch.
Dazu kommt, wie in jeder Mail, die Fußzeile mit Impressum, Datenschutzhinweis und Abmeldelink – auch in einer automatischen Mail, gerade in einer automatischen Mail.
Das gehört nicht hinein:
- Ein Angebot. Wer nach dreißig Sekunden Bekanntschaft etwas verkaufen will, wirkt genau so. Das Angebot hat in der dritten Mail Platz.
- Fünf Links. Instagram, Website, Blog, Podcast, Terminbuchung – wer alles anbietet, bekommt nichts geklickt. Ein Link zum Freebie, höchstens einer zu dir.
- Der Prospekt. Kein Kopfbild in voller Höhe, keine drei Spalten, keine Buttonparade. Eine Willkommensmail sieht aus wie eine Mail von einem Menschen. Warum das grundsätzlich klüger ist, steht in Newsletter-Vorlage, die zu deiner Marke passt.
Eine Vorlage zum Ausfüllen
Ersetze die Klammern, streich, was nicht passt, lies es einmal laut. Dann ist sie fertig.
Betreff: Hier ist [dein Freebie] – und ein kurzes Hallo von mir
Preheader: Der Link steht gleich oben. Danach zwei Sätze dazu, was du von mir erwarten darfst.
Hallo [Vorname],
hier ist [der Redaktionsplan / die Checkliste / …], wie versprochen: [Link]. Speicher ihn dir gleich ab, dann musst du diese Mail nicht wiederfinden.
Schön, dass du da bist. Ich bin [Name], ich [ein Satz dazu, was du machst und für wen]. [Ein Satz dazu, warum].
Ab jetzt bekommst du von mir [alle zwei Wochen / einmal im Monat] eine E-Mail, meist [Wochentag]. Darin geht es um [zwei, drei Themen] – konkret, aus der Praxis, ohne Fachchinesisch.
Eine Bitte habe ich: Was ist gerade deine größte Frage zu [Thema]? Antworte einfach auf diese Mail. Ich lese jede Antwort, und oft wird daraus mein nächster Newsletter.
Bis bald,
[Name]
Das ist alles. Etwa 120 Wörter. Wenn deine Willkommensmail länger als 200 Wörter ist, streich, bis sie es nicht mehr ist.
Die Willkommensserie: drei Mails statt einer
Eine Willkommensmail ist gut. Drei Mails in der ersten Woche sind besser – weil deine Leserin in dieser Woche noch weiß, wer du bist.
- Mail 1, sofort nach der Bestätigung: die Willkommensmail von oben. Freebie, Hallo, was kommt, eine Frage.
- Mail 2, zwei Tage später: dein bester Inhalt. Der eine Artikel, der eine Tipp, die eine Geschichte, mit der du am häufigsten überzeugst. Kein Angebot. Nur der Beweis, dass es sich lohnt, deine Mails zu öffnen.
- Mail 3, fünf Tage nach der Anmeldung: wie du hilfst. Jetzt darf dein Angebot vorkommen – als Antwort auf die Frage „Und was, wenn ich das nicht allein schaffe?“. Nicht als Werbung, sondern als Information: Das mache ich, so läuft es, hier kannst du mit mir sprechen.
Danach läuft die Leserin in deinen normalen Newsletter-Rhythmus. Die Serie schreibst du einmal, sie läuft für jede Neue automatisch – ohne dass du daran denken musst. Diese drei Mails sind übrigens genau das, was in meinem Starter-Paket unter „Willkommens-Mail-Serie“ steht.
So richtest du sie als Automation ein
In jedem Newsletter-Tool unter „Automation“ oder „Workflow“: Auslöser ist die bestätigte Anmeldung, dann folgen die Mails mit Wartezeiten dazwischen.
- Automation anlegen und als Auslöser wählen: „Abonnentin tritt Gruppe bei“ (MailerLite), „Empfänger in Liste eingetragen“ (CleverReach) oder „Abonniert Liste“ (ActiveCampaign).
- Mail 1 einfügen, ohne Wartezeit. Betreff, Preheader, Text aus der Vorlage.
- Wartezeit zwei Tage, dann Mail 2.
- Wartezeit drei Tage, dann Mail 3.
- Selbst testen: Trag dich mit einer zweiten E-Mail-Adresse ein, bestätige, und schau, ob Mail 1 sofort kommt. Die Wartezeiten kannst du für den Test auf Minuten stellen und danach zurücksetzen.
Der häufigste Fehler dabei: Die Automation ist gebaut, aber nicht eingeschaltet. In allen drei Tools gibt es einen Schalter „aktiv“ oder „live“ – prüf ihn, bevor du das Formular auf die Website setzt. Wie Automationen sonst noch für dich arbeiten, steht in E-Mail-Marketing-Automation für Solopreneurinnen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Kundin – Ernährungsberaterin – hatte ein gutes Freebie und eine wachsende Liste. Aber die Zahl der Abmeldungen nach der zweiten regulären Ausgabe war auffällig hoch, und sie bekam nie Antworten.
Ihre Willkommensmail war der Standardtext des Tools: „Vielen Dank für Ihre Anmeldung. Hier ist Ihr Download.“ Kein Name, kein Hinweis darauf, was kommt. Die Neuen luden das Freebie herunter und vergaßen, wer es geschickt hatte. Zwei Wochen später kam eine Mail von einer Fremden – und die meldeten sie ab.
Wir haben die Serie aus drei Mails gebaut, mit ihrem Text, ihrer Frage am Ende der ersten Mail, ihrem besten Artikel in der zweiten. Zwei Monate später: Die Abmeldungen nach der ersten regulären Ausgabe hatten sich halbiert. Und sie bekam im Schnitt drei Antworten pro Woche auf die Frage in der Willkommensmail – aus denen inzwischen zwei Kundinnen geworden sind.
Fazit
Die Willkommensmail ist die Mail mit der höchsten Aufmerksamkeit, die du je bekommen wirst. Verschenk sie nicht an einen Standardtext.
Freebie oben, ein ehrliches Hallo, was kommt und wann, drei Sätze zu dir, eine Frage. Dann zwei weitere Mails in der ersten Woche. Einmal gebaut, einmal getestet – und ab dann begrüßt sie jede Neue, ohne dass du daran denken musst.
Häufige Fragen zur Willkommensmail
Was gehört in eine Willkommensmail?
Fünf Dinge: das versprochene Freebie ganz oben, ein kurzes Danke, die Ankündigung, was wie oft kommt, drei Sätze dazu, wer du bist, und eine Frage, auf die man antworten kann. Dazu die Fußzeile mit Impressum und Abmeldelink. Nicht hinein gehören: ein Angebot, fünf Links und ein Prospekt-Layout.
Wann sollte die Willkommensmail verschickt werden?
Sofort nach der bestätigten Anmeldung, automatisch. In dieser Minute ist die Aufmerksamkeit am höchsten – wer erst am nächsten Tag schreibt, verschenkt sie. Die zweite Mail der Serie folgt zwei Tage später, die dritte fünf Tage nach der Anmeldung.
Wie lang sollte eine Willkommensmail sein?
120 bis 200 Wörter. Sie soll wie eine kurze, persönliche Mail wirken, nicht wie ein Begrüßungsschreiben. Wenn sie länger als 200 Wörter ist, streich, bis sie es nicht mehr ist – der beste Inhalt kommt in der zweiten Mail der Serie.
Ist die Willkommensmail dasselbe wie die Bestätigungsmail?
Nein. Die Bestätigungsmail enthält den Link, den die Abonnentin klicken muss, damit die Anmeldung gilt – sie gehört zum Double Opt-in und ist technisch vorgegeben. Die Willkommensmail kommt danach und ist der erste echte Kontakt mit deinem Text, deinem Freebie und deiner Frage.
Du willst deine Willkommensserie einmal richtig aufgesetzt haben – mit deinem Text, deinem Freebie und einer Automation, die nachweislich läuft?
Genau das ist die „Willkommensmails“-Leistung bei meinen Angeboten: eine Serie mit drei E-Mails, gebaut, getestet und eingeschaltet. Du lieferst den Ton, ich den Rest.
Deine Manuela
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