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E-Mail-Marketing-Automation für Solopreneurinnen

„Automation“ klingt nach Technikabteilung und riesigen Systemen. Für dein Solo-Business heißt E-Mail-Marketing-Automation aber etwas viel Kleineres: Du schreibst eine E-Mail einmal, und sie geht danach von selbst an jede neue Abonnentin.

Das braucht kein Studium und keinen Programmierer. Es braucht einen Nachmittag und die Entscheidung, welche vier Mails du nie wieder von Hand verschicken willst.

Ich zeige dir, was sich für eine kleine Liste wirklich lohnt, was du getrost weglassen kannst und wie du deine erste Automation einrichtest.

Was ist E-Mail-Marketing-Automation?

E-Mail-Marketing-Automation heißt: Du schreibst eine E-Mail einmal, und dein Newsletter-Tool verschickt sie danach von selbst – immer dann, wenn eine bestimmte Bedingung eintritt.

Die Bedingung heißt im Fachjargon „Auslöser“ oder englisch „Trigger“. Das kann sein: Jemand trägt sich ein. Jemand klickt auf einen bestimmten Link. Jemand kauft etwas. Oder ein Datum ist erreicht.

Der Unterschied zum normalen Newsletter ist der Zeitpunkt. Ein Newsletter geht am Dienstag um zehn an alle. Eine Automation geht an eine einzelne Person – genau dann, wenn es für sie passt. Zwei Wochen nach ihrer Anmeldung zum Beispiel, egal welcher Wochentag gerade ist.

Was kannst du als Einzelunternehmerin automatisieren?

Weniger, als die Anbieter suggerieren – und mehr, als du vermutlich denkst. Für ein Ein-Frau-Business sind diese vier Automationen realistisch und sinnvoll:

  1. Die Willkommensstrecke. Zwei bis vier E-Mails direkt nach der Anmeldung. Die wichtigste von allen.
  2. Die Freebie-Auslieferung. Checkliste oder Anleitung kommt automatisch, sobald jemand bestätigt hat.
  3. Die Erinnerung. Ein paar Tage vor deinem Webinar, deinem Kursstart oder dem Ende eines Angebots.
  4. Die Reaktivierung. Wer seit sechs Monaten keine Mail mehr geöffnet hat, bekommt einmal die Frage, ob er noch dabei sein möchte.

Alles darüber hinaus – verzweigte Strecken, Punktesysteme, verhaltensbasierte Segmente – ist für kleine Listen meist verschenkte Zeit. Diese Systeme brauchen Datenmengen, die du bei zweihundert Abonnentinnen schlicht nicht hast.

Die Willkommensstrecke: deine erste Automation

Wenn du nur eine einzige Automation baust, dann diese. Der Grund ist einfach: Direkt nach der Anmeldung ist die Aufmerksamkeit am größten – vorausgesetzt, dein Double Opt-in ist sauber eingerichtet und die Bestätigung kam an. Wer sich gerade eingetragen hat, erinnert sich an dich. In vier Wochen vielleicht nicht mehr.

Eine Willkommensstrecke aus drei E-Mails, die gut funktioniert:

  • Mail 1, sofort: Das Versprochene ausliefern, dich kurz vorstellen, sagen was als Nächstes kommt.
  • Mail 2, nach zwei bis drei Tagen: Deine beste Geschichte oder dein hilfreichster Tipp. Kein Verkauf.
  • Mail 3, nach fünf bis sieben Tagen: Wofür du da bist und wie man mit dir arbeiten kann. Jetzt darf ein Angebot rein.

Diese drei Mails schreibst du an einem Nachmittag. Danach laufen sie – bei jeder neuen Anmeldung, ohne dass du etwas tust.

Wie richtest du eine Automation ein?

In jedem Newsletter-Tool über eine Ansicht, die aussieht wie ein Flussdiagramm. Du wählst einen Auslöser, hängst eine Wartezeit an, hängst eine E-Mail an – fertig.

Welches Tool das kann und was es kostet, steht in meinem Vergleich der fünf beliebtesten E-Mail-Marketing-Tools. Der Ablauf ist überall ähnlich:

  1. Im Menü „Automationen“ oder „Automations“ eine neue anlegen.
  2. Als Auslöser wählen: „Kontakt tritt Gruppe bei“ oder „Anmeldung über Formular X“.
  3. Erste E-Mail schreiben und einhängen.
  4. Wartezeit einfügen: zwei Tage.
  5. Zweite E-Mail schreiben und einhängen. Und so weiter.
  6. Automation aktivieren – und mit einer eigenen Adresse einmal komplett durchtesten.

Der letzte Punkt ist nicht verhandelbar. Ich habe schon Willkommensstrecken gesehen, die monatelang inaktiv im Entwurf standen, während sich jede Woche neue Leute eintrugen.

Wo Automation schadet statt hilft

Überall dort, wo sie nach Maschine klingt. Deine Leserinnen merken den Unterschied zwischen einer Mail, die für sie geschrieben wurde, und einer, die durch einen Trichter gefallen ist.

Diese vier Fehler sehe ich am häufigsten:

  • Zu viele Mails am Anfang. Sieben E-Mails in acht Tagen sind keine Willkommensstrecke, das ist eine Belagerung.
  • Verkauf in Mail eins. Wer sich gerade erst eingetragen hat, kennt dich noch nicht.
  • Vergessene Automationen. Ein Hinweis auf ein Angebot, das es seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Setz dir zweimal im Jahr eine Erinnerung, alle Strecken durchzulesen.
  • Automation statt Beziehung. Automation nimmt dir Arbeit ab. Sie ersetzt nicht, dass du ab und zu selbst schreibst – und auch keine Strategie, die festlegt, wofür dein Newsletter da ist.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Ernährungsberaterin kam zu mir, weil sie ihren Newsletter „nicht mehr schafft“. Sie hatte sich vorgenommen, wöchentlich zu schreiben, und es seit vier Monaten nicht getan. Ihre Liste wuchs trotzdem – und hörte von ihr: nichts.

Wir haben nichts an ihrem Rhythmus geändert. Wir haben stattdessen eine Willkommensstrecke aus vier E-Mails gebaut, aus Texten, die sie ohnehin schon geschrieben hatte: zwei alte Blogartikel, ihre Entstehungsgeschichte und eine Übersicht ihrer Angebote.

Seitdem bekommt jede neue Abonnentin vier Wochen lang regelmäßig Post von ihr – ohne dass sie einen Finger rührt. Ihr eigener Newsletter kommt jetzt alle vier Wochen statt wöchentlich, dafür verlässlich. Aus dieser Kombination kamen im ersten halben Jahr sieben Erstgespräche.

Fazit

Automation ist kein Zauberwerk und kein Ersatz für gute Texte. Sie sorgt nur dafür, dass ein guter Text mehrfach arbeitet statt einmal.

Fang mit der Willkommensstrecke an. Drei E-Mails, einmal geschrieben, dauerhaft im Einsatz. Alles Weitere kannst du dazubauen, wenn du merkst, dass du es brauchst.

Häufige Fragen zur E-Mail-Marketing-Automation

Ab wie vielen Abonnentinnen lohnt sich Automation?
Ab der ersten. Eine Willkommensstrecke lohnt sich bei zwanzig Abonnentinnen genauso wie bei zweitausend, weil du sie ohnehin nur einmal schreibst. Was sich erst später lohnt, sind verzweigte Strecken und Segmente – dafür brauchst du Datenmengen, die kleine Listen nicht liefern.

Brauche ich für Automationen ein teures Tool?
Nein. MailerLite, CleverReach und ActiveCampaign können alle Willkommensstrecken, teils schon in den Einstiegstarifen. Prüfe vor der Entscheidung nur, ob Automationen im gewählten Tarif enthalten sind – bei manchen Anbietern sind sie es erst ab der zweiten Stufe.

Merken meine Leserinnen, dass eine E-Mail automatisch kommt?
Nur wenn sie so klingt. Schreib deine Automationsmails genau so, wie du eine einzelne Mail schreiben würdest – mit Anrede, in deiner Sprache, ohne Baukastensätze. Der Zeitpunkt ist automatisch, der Text muss es nicht sein.

Wie viele E-Mails sollte eine Willkommensstrecke haben?
Drei bis vier. Weniger verschenkt die hohe Aufmerksamkeit am Anfang, mehr wirkt schnell erdrückend. Verteile sie über sieben bis zehn Tage und bring das Angebot erst in die letzte.

Du willst deine Willkommensstrecke einmal sauber aufgesetzt haben, ohne dich durch die Automations-Ansicht deines Tools zu kämpfen?

In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, welche Automation bei dir am meisten bringt – und was sie kostet.

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Deine Manuela

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