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E-Mail-Marketing-Strategie in 5 Schritten
Die meisten Newsletter scheitern nicht am Text. Sie scheitern daran, dass nie festgelegt wurde, wofür sie eigentlich da sind.
Eine E-Mail-Marketing-Strategie klingt nach einem Dokument mit dreißig Seiten. Bei mir passt sie auf eine Karteikarte: fünf Entscheidungen, die du an einem Vormittag triffst und dann ein halbes Jahr nicht mehr anfasst.
Hier sind die fünf Schritte, in der Reihenfolge, in der sie aufeinander aufbauen.
Was ist eine E-Mail-Marketing-Strategie?
Eine E-Mail-Marketing-Strategie ist die Antwort auf vier Fragen: An wen schreibst du, warum schreibst du, wie oft schreibst du – und woran merkst du, dass es funktioniert.
Mehr ist es nicht. Kein Dokument mit dreißig Seiten, keine Marktanalyse. Wenn du diese vier Fragen beantworten kannst, hast du eine Strategie, und du bist damit weiter als die meisten.
Ohne diese Antworten passiert nämlich meistens dasselbe: Du schreibst drei Wochen begeistert, dann kommt eine volle Woche, dann eine zweite – und nach zwei Monaten ist der Newsletter still. Nicht aus Faulheit, sondern weil nie festgelegt war, wofür er eigentlich da ist.
Schritt 1: Leg dein Ziel fest
Ein Ziel, nicht drei. Ein Newsletter, der gleichzeitig verkaufen, Reichweite bringen und dich bekannt machen soll, macht am Ende nichts davon richtig.
Realistische Ziele für ein Solo-Business:
- Anfragen bekommen. Dein Newsletter soll dazu führen, dass Menschen ein Gespräch buchen.
- Ein Produkt verkaufen. Kurs, Workshop, digitales Produkt.
- Vertrauen aufbauen. Du verkaufst etwas Erklärungsbedürftiges und brauchst Zeit.
Schreib dein Ziel in einen Satz und häng ihn dir hin. Jede E-Mail, die du danach schreibst, wird an diesem Satz gemessen.
Schritt 2: Schärfe deine Zielgruppe
Schreib für eine Person, nicht für eine Gruppe. „Soloselbstständige Frauen“ ist keine Zielgruppe, das ist eine Statistik.
Nützlicher ist ein Satz wie dieser: „Ich schreibe für Frauen ab fünfundvierzig, die seit ein bis drei Jahren selbstständig sind, ihr Angebot kennen, aber bei Technik zögern.“ Daran erkennst du sofort, ob ein Thema passt.
Wie du dorthin kommst, habe ich in Zielgruppe finden und definieren ausführlich beschrieben. Praktischer Test: Denk an eine echte Kundin. Wenn du dir vorstellen kannst, wie sie deine nächste E-Mail liest und was sie dabei denkt, ist deine Zielgruppe scharf genug.
Schritt 3: Bau einen Anmeldeanlass
Niemand trägt sich für „meinen Newsletter“ ein. Menschen tragen sich für etwas ein, das sie jetzt brauchen.
Ein guter Anmeldeanlass löst ein kleines, konkretes Problem – und ist in fünfzehn Minuten konsumiert:
- Eine Checkliste mit dem, was du selbst vor jedem Versand prüfst
- Eine Vorlage, die du ohnehin benutzt
- Ein Kurs per E-Mail über fünf Tage
- Eine Übersicht der Fehler, die du bei anderen ständig siehst
Wie du den Anlass technisch ausgibst, ohne ihn jedes Mal von Hand zu verschicken, steht in E-Mail-Marketing-Automation für Solopreneurinnen. Was nicht funktioniert: das 80-seitige E-Book. Das lädt niemand herunter, und wer es tut, liest es nicht.
Schritt 4: Leg Rhythmus und Inhalte fest
Nimm den Rhythmus, den du auch in einer schlechten Woche einhältst. Einmal im Monat verlässlich schlägt wöchentlich mit Aussetzern – deutlich.
Fünf Formate, die sich bewährt haben, findest du unter E-Mail-Marketing-Beispiele, die wirklich funktionieren. Damit dir nicht die Themen ausgehen, hilft ein festes Muster. Zum Beispiel bei monatlichem Versand über ein Quartal:
- Monat 1: Etwas erklären, das deine Kundinnen immer wieder fragen.
- Monat 2: Eine Geschichte aus deinem Arbeitsalltag, mit einer Lehre daraus.
- Monat 3: Ein Angebot oder eine Einladung.
Sag deinen Leserinnen den Rhythmus schon bei der Anmeldung. „Einmal im Monat“ ist ein Versprechen, das du halten kannst – und das die Abmeldungen senkt.
Schritt 5: Bestimme deine Messpunkte
Miss, was mit deinem Ziel zu tun hat – nicht, was das Tool dir zuerst anzeigt. Die Öffnungsrate ist die Zahl, die alle nennen, und die am wenigsten aussagt.
Sinnvolle Messpunkte je nach Ziel:
- Ziel Anfragen: Wie viele Gespräche wurden nach einem Newsletter gebucht?
- Ziel Verkauf: Wie viele Käufe kamen über einen Link aus deiner E-Mail?
- Ziel Vertrauen: Wie viele Antworten bekommst du? Antworten sind das ehrlichste Signal überhaupt.
Schau alle drei Monate darauf, nicht nach jedem Versand. Einzelne E-Mails schwanken zu stark, um daraus etwas zu lernen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Business-Coachin hatte 340 Abonnentinnen und schrieb, wenn ihr etwas einfiel – manchmal dreimal im Monat, manchmal zwei Monate gar nicht. Verkauft hat sie über den Newsletter nie etwas.
Ihre Strategie passte auf eine Karteikarte. Ziel: Erstgespräche. Zielgruppe: Frauen, die aus der Festanstellung kommen und im ersten Jahr selbstständig sind. Anmeldeanlass: eine Checkliste für die ersten neunzig Tage. Rhythmus: alle zwei Wochen, mittwochs. Messpunkt: gebuchte Gespräche.
Nach sechs Monaten waren es 480 Abonnentinnen und – wichtiger – vierzehn gebuchte Erstgespräche. Die Liste wuchs also um vierzig Prozent, das Geschäft aber deutlich mehr. Der Unterschied war nicht mehr Arbeit, sondern eine Entscheidung, wofür der Newsletter da ist.
Fazit
Eine Strategie ist keine Fleißarbeit, sondern eine Reihe von Entscheidungen. Ziel, Zielgruppe, Anlass, Rhythmus, Messpunkt – fünf Sätze, die du an einem Vormittag festlegen kannst.
Und dann gilt: Halte dich ein halbes Jahr daran, bevor du etwas änderst. Die meisten Newsletter scheitern nicht an der falschen Strategie, sondern daran, dass sie alle sechs Wochen eine neue bekommen.
Häufige Fragen zur E-Mail-Marketing-Strategie
Wie lange dauert es, eine Strategie festzulegen?
Einen Vormittag, wenn du die Entscheidungen wirklich triffst. Der Zeitfresser ist nicht das Nachdenken, sondern das Aufschieben: Viele bleiben monatelang bei Schritt zwei hängen, weil sie ihre Zielgruppe „noch genauer“ fassen wollen. Eine Entscheidung, die du später korrigierst, ist besser als keine.
Muss ich meine Strategie regelmäßig ändern?
Nein, im Gegenteil. Halte dich mindestens sechs Monate daran, bevor du etwas anpasst. Newsletter brauchen Zeit, und wer alle sechs Wochen den Kurs wechselt, sieht nie, ob etwas funktioniert hätte.
Was ist wichtiger: Rhythmus oder Inhalt?
Der Rhythmus, jedenfalls am Anfang. Ein mittelmäßiger Newsletter, der verlässlich kommt, baut mehr Vertrauen auf als ein brillanter, der dreimal im Jahr erscheint. Der Inhalt wird ohnehin besser, je öfter du schreibst.
Brauche ich eine eigene Strategie, wenn ich nur wenige Abonnentinnen habe?
Gerade dann. Bei einer kleinen Liste zählt jede einzelne Leserin, und du kannst dir nicht leisten, an ihnen vorbeizuschreiben. Die fünf Schritte sind bei fünfzig Abonnentinnen dieselben wie bei fünftausend.
Du willst deine fünf Entscheidungen nicht allein treffen, sondern jemanden dabeihaben, der die typischen Sackgassen kennt?
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Deine Manuela
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