Onlinebusiness

E-Mail-Marketing-Dienstleisterin finden: 8 Fragen

Der Begriff „E-Mail-Marketing-Dienstleister“ sagt nichts über Qualifikation aus. Darunter finden sich Agenturen mit zwanzig Angestellten, erfahrene Spezialistinnen – und Menschen, die vor drei Wochen ihren ersten Onlinekurs abgeschlossen haben.

Der Preis hilft dir bei der Unterscheidung nicht weiter. Was hilft, sind acht Fragen im Erstgespräch, die ich hier aufgeschrieben habe.

Dazu fünf Warnsignale, bei denen ich selbst abwinken würde – und eine Geschichte darüber, warum Frage eins wichtiger ist als alle anderen.

Was macht eine E-Mail-Marketing-Dienstleisterin?

Sie übernimmt die Teile deines Newsletters, die du nicht selbst machen willst oder kannst – von der Einrichtung über das Schreiben bis zum Versand und der Auswertung.

Der Begriff ist unscharf, und genau das macht die Suche so mühsam: Er ist nicht geschützt, es gibt keine Ausbildung dazu und keinen Nachweis, den jemand vorlegen müsste. Wer sich so nennen möchte, darf das.

Was die Anbieterinnen tatsächlich unterscheidet, ist der Umfang. Manche richten nur die Technik ein. Manche schreiben nur die Texte. Manche machen alles von der Strategie bis zur Auswertung. Kläre als Erstes, welchen Teil du überhaupt abgeben willst – sonst vergleichst du Angebote, die gar nicht dasselbe enthalten.

Welche dieser Formen zu dir passt, habe ich in E-Mail-Marketing-Agentur oder virtuelle Assistenz? gegenübergestellt. Die acht Fragen unten trennen sie voneinander – unabhängig davon, welche Form gerade vor dir sitzt.

Die acht Fragen vor der Beauftragung

Stell sie im Erstgespräch, alle acht. Wer bei mehr als zwei ins Stocken gerät, hat den Bereich noch nicht durchdrungen.

  1. Auf wessen Namen läuft mein Newsletter-Konto? Richtige Antwort: auf deinen. Du hast die Zugangsdaten, du bezahlst das Tool. Immer.
  2. Wie regelst du das Double Opt-in? Hier trennt sich, wer mit deutschem Recht gearbeitet hat und wer nicht.
  3. Mit welchen Tools arbeitest du wirklich? Nicht welche sie kennt – welche sie in den letzten Monaten benutzt hat.
  4. Wer schreibt die Texte, und darf ich zwei Beispiele sehen? Echte Beispiele, keine Musterseiten.
  5. Woran messen wir, dass es funktioniert? Wenn nur von Öffnungsraten die Rede ist und nie von Anfragen oder Verkäufen, fehlt der Blick aufs Geschäft.
  6. Was passiert, wenn du ausfällst? Bei einer Einzelperson eine faire und wichtige Frage. Eine ehrliche Antwort ist besser als eine beruhigende.
  7. Was brauchst du von mir – und wie viel Zeit kostet mich das? Auch die beste Dienstleisterin braucht Zuarbeit. Wer das verschweigt, verspricht zu viel.
  8. Was passiert, wenn wir aufhören? Bekommst du Liste, Automationen und Vorlagen mit? Lass es dir schriftlich geben.

Fünf Warnsignale

Diese fünf Dinge sind für mich Ausschlusskriterien – auch bei sympathischem Erstgespräch:

  • Der Newsletter läuft auf ihrem Konto. Damit gehört deine Liste faktisch ihr, und beim Ende der Zusammenarbeit wird es unangenehm.
  • Konkrete Zahlenversprechen. „Wir bringen Sie auf 40 Prozent Öffnungsrate“ kann niemand seriös zusagen.
  • Ausweichen beim Rechtlichen. Wer Double Opt-in, Impressumspflicht und Abmeldelink nicht aus dem Stand erklären kann, arbeitet nicht in Deutschland gewachsen.
  • Gekaufte Adressen als Angebot. Das ist in Deutschland nicht zulässig und bringt dich in Schwierigkeiten, nicht sie.
  • Kein Blick in dein Geschäft. Wer nach dreißig Minuten noch nicht gefragt hat, was du eigentlich verkaufst, wird auch keinen Newsletter schreiben, der etwas verkauft.

Was du selbst mitbringen musst

Auslagern heißt nicht abgeben und nie wieder hinschauen. Drei Dinge kann dir niemand abnehmen:

  1. Deine Themen. Was du weißt und andere nicht, steckt in deinem Kopf. Eine gute Dienstleisterin holt es heraus – aber sie erfindet es nicht.
  2. Deine Freigabe. Jede E-Mail geht in deinem Namen raus. Einmal lesen, bevor sie geht.
  3. Eine Entscheidung, was du verkaufst. Ein Newsletter kann kein Angebot ersetzen, das es nicht gibt.

Was das insgesamt kostet, habe ich in Was kostet professionelles E-Mail-Marketing? durchgerechnet. Rechne mit ein bis zwei Stunden im Monat auf deiner Seite, auch wenn du alles abgibst. Wer dir weniger verspricht, kennt den Alltag nicht.

Wie ein erstes Angebot aussehen sollte

Nachvollziehbar, mit klarem Umfang und ohne offene Enden. Ein brauchbares Angebot beantwortet mindestens diese Punkte:

  • Wie viele E-Mails pro Monat, und wer schreibt sie
  • Ob Einrichtung enthalten ist oder extra kommt
  • Ob Automationen dabei sind – und wie viele
  • Wie lange die Laufzeit ist und wie gekündigt wird
  • Was passiert, wenn du in einem Monat mehr brauchst

Fehlt einer dieser Punkte, frag nach. Ein Angebot, das man nachverhandeln muss, ist kein gutes Angebot – aber ein unklares ist ein schlechtes.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Kundin kam zu mir, weil ihre bisherige Betreuung nicht mehr erreichbar war. Der Newsletter lief seit acht Wochen nicht mehr, und niemand kam an das Konto.

Das Konto lief auf die E-Mail-Adresse der Dienstleisterin. Ihre Liste – knapp 1.400 Adressen, über vier Jahre aufgebaut – lag hinter Zugangsdaten, die sie nie besessen hatte. Wir haben das über den Support des Anbieters und einen Nachweis ihrer Domain gelöst. Es hat sechs Wochen gedauert.

Sie hatte Glück. In anderen Fällen ist die Liste weg. Deshalb steht Frage eins ganz oben – noch vor dem Preis.

Fazit

Such nicht die günstigste und nicht die schnellste. Such die, die dir die unbequemen Fragen selbst stellt, bevor du sie stellen musst.

Und lass dir Punkt eins schriftlich geben, bevor irgendetwas anderes besprochen wird: Der Newsletter läuft auf deinen Namen. Alles andere lässt sich reparieren – eine verlorene Liste nicht.

Häufige Fragen zur Auswahl einer Dienstleisterin

Woran erkenne ich, ob jemand wirklich Erfahrung hat?
Frag nach zwei echten Beispielen aus den letzten Monaten und danach, mit welchen Tools tatsächlich gearbeitet wurde – nicht welche bekannt sind. Wer Erfahrung hat, erzählt von Problemen und wie sie gelöst wurden. Wer keine hat, erzählt von Möglichkeiten.

Sollte mein Newsletter-Konto auf meinen Namen laufen?
Unbedingt. Das Konto läuft auf deine Adresse, du hast die Zugangsdaten, du bezahlst das Tool. Wenn jemand darauf besteht, auf dem eigenen Konto zu arbeiten, gehört deine Liste faktisch dieser Person – und beim Ende der Zusammenarbeit wird es unangenehm.

Wie viel Zeit muss ich selbst einplanen, wenn ich alles abgebe?
Ein bis zwei Stunden im Monat. Deine Themen, deine Freigabe und die Entscheidung, was du verkaufst, kann dir niemand abnehmen. Wer dir weniger verspricht, kennt den Alltag nicht.

Was gehört in ein gutes Angebot?
Anzahl der E-Mails pro Monat, wer die Texte schreibt, ob Einrichtung und Automationen enthalten sind, Laufzeit und Kündigung, und was passiert wenn du kurzfristig mehr brauchst. Fehlt einer dieser Punkte, frag nach.

Du willst die acht Fragen einmal an einem echten Angebot ausprobieren?

Auf meiner Angebotsseite findest du die Antworten auf alle acht schwarz auf weiß – Leistungen, Umfang, Laufzeit und Preise, ohne dass du sie erfragen musst.

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Deine Manuela

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