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Was kostet professionelles E-Mail-Marketing?
Auf die Frage nach den Kosten bekommst du im Netz meistens eine Toolpreisliste. Die ist der kleinste Teil der Antwort.
Ein Newsletter ist keine Software, die man kauft, sondern eine Tätigkeit, die regelmäßig stattfindet. Sie kostet entweder Geld oder deine Zeit – meistens beides.
Die Kosten für E-Mail-Marketing setzen sich aus zwei Teilen zusammen: dem Tool und der Arbeit. Ich rechne dir hier beides durch, nenne die vier Posten, die fast alle übersehen, und zeige dir am Ende eine echte Jahresrechnung.
Was kostet E-Mail-Marketing?
E-Mail-Marketing kostet dich zwei Dinge: das Tool und die Arbeit. Das Tool ist bei kleinen Listen oft kostenlos, die Arbeit ist der eigentliche Posten.
Das ist die ehrliche Antwort, und sie fällt vielen Anbietern schwer, weil sie sich schlecht in eine Preisliste schreiben lässt.
Praktisch heißt das: Zwei Menschen mit derselben Listengröße können sehr unterschiedlich viel zahlen – je nachdem, wie viel Arbeit sie selbst übernehmen. Deshalb rechne ich beide Seiten getrennt durch.
Was kosten die Newsletter-Tools?
Bei bis zu ein paar hundert Kontakten meist gar nichts, danach steigt der Preis mit der Größe deiner Liste. Fast alle Anbieter rechnen nach Anzahl der Kontakte ab, manche zusätzlich nach versendeten E-Mails.
Die Größenordnungen, in denen sich die gängigen Anbieter bewegen:
- Einsteigertarife sind bei mehreren Anbietern für kleine Listen kostenlos, meist mit Werbehinweis in der Fußzeile.
- Bezahlte Tarife beginnen im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat und wachsen mit der Liste.
- Bei einigen tausend Kontakten landest du je nach Anbieter und Funktionsumfang im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich.
Konkrete Preise nenne ich hier bewusst nicht: Die Anbieter ändern ihre Tarife regelmäßig, und was heute stimmt, stimmt in einem halben Jahr nicht mehr. Schau vor der Entscheidung auf die aktuelle Preisseite – und achte dabei auf einen Punkt, den viele übersehen: ob auch inaktive Kontakte mitgezählt werden.
Was kostet die Arbeit?
Der größere Posten – egal ob du sie selbst machst oder abgibst. Realistisch sind das diese Zeiten:
- Einmalige Einrichtung: Tool, Formular, Double Opt-in, Bestätigungs- und Dankeseite, Willkommensstrecke. Vier bis acht Stunden, wenn du weißt was du tust. Deutlich mehr, wenn nicht.
- Ein Newsletter: Thema finden, schreiben, kürzen, einbauen, testen, versenden. Zwei bis vier Stunden, je nach Übung und Länge.
- Laufende Pflege: Zahlen ansehen, Abmeldungen prüfen, Liste sauber halten. Etwa eine Stunde im Monat.
Einen Teil dieser Zeit holst du dir über Automationen zurück. Bei einem Newsletter im Monat kommst du auf rund drei bis fünf Stunden monatlich. Setz deinen eigenen Stundensatz dagegen – dann siehst du, was dich der Newsletter tatsächlich kostet, auch wenn du niemanden bezahlst.
Welche Kosten übersehen die meisten?
Vier Posten, die in keinem Angebot stehen und trotzdem anfallen:
- Rechtstexte. Datenschutzerklärung und Impressum von einem seriösen Anbieter – welche Pflichtangaben dazugehören, steht hier. Einmalig oder als Jahresgebühr, im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich.
- Der Anmeldeanlass. Deine Checkliste oder Vorlage will erstellt und gestaltet werden. Ein halber bis ganzer Arbeitstag.
- Bilder mit Lizenz. Falls du welche verwendest – sie müssen für gewerbliche Nutzung freigegeben sein.
- Die inaktiven Kontakte. Der stillste Kostenpunkt von allen. Wer seine Liste nie ausräumt, zahlt jahrelang für Adressen, die nie öffnen.
Was bringt es dir zurück?
Das lässt sich nur an deinem eigenen Angebot rechnen – aber die Rechnung ist meist überraschend einfach.
Nimm den Preis deines kleinsten bezahlten Angebots. Wenn dein Newsletter dir davon eines im Monat bringt, das du sonst nicht bekommen hättest, ist er bezahlt – Tool, Zeit und Rechtstexte zusammen.
Ein Anhaltspunkt zur Einordnung des Marktes: Für den Suchbegriff „newsletter erstellen lassen“ zahlen Werbetreibende in Deutschland über 80 Euro pro einzelnem Klick auf ihre Anzeige. Für einen Klick, nicht für einen Auftrag. Dein Newsletter erreicht deine Leserinnen dagegen für Bruchteile davon – weil du für den Kontakt nicht jedes Mal neu bezahlst.
Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Beraterin mit 600 Abonnentinnen und einem Newsletter im Monat. Ihre tatsächlichen Kosten im ersten Jahr:
- Newsletter-Tool: im unteren zweistelligen Bereich pro Monat
- Rechtstexte: einmalig, im zweistelligen Bereich
- Einrichtung durch mich: ein einmaliger Betrag im vierstelligen Bereich
- Eigene Zeit: rund drei Stunden im Monat fürs Schreiben
Dagegen standen im selben Jahr elf Erstgespräche aus dem Newsletter, aus denen vier Aufträge wurden. Ihr kleinstes Paket kostet 890 Euro. Die Rechnung ging nach dem zweiten Auftrag auf – im Mai.
Ob du dafür eine Agentur brauchst oder eine virtuelle Assistenz reicht, ist eine eigene Frage. Das hier ist kein Versprechen, sondern ein Fall. Bei einer anderen Kundin hat es vierzehn Monate gedauert. Der Unterschied lag nicht am Newsletter, sondern daran, wie oft sie ein Angebot gemacht hat.
Fazit
Rechne nicht mit dem Toolpreis, rechne mit der Zeit. Das Tool ist bei kleinen Listen fast umsonst, deine Stunden sind es nicht.
Und rechne den Ertrag an deinem eigenen Angebot, nicht an Öffnungsraten. Ein Newsletter, der dir im Jahr zwei Aufträge bringt, ist auch dann ein gutes Geschäft, wenn nur jede Fünfte ihn öffnet.
Häufige Fragen zu den E-Mail-Marketing-Kosten
Kann ich E-Mail-Marketing kostenlos machen?
Das Tool ja, bei kleinen Listen bieten mehrere Anbieter kostenlose Einstiegstarife. Kostenlos ist es trotzdem nicht: Rechne mit drei bis fünf Stunden im Monat für Schreiben, Versand und Pflege. Setz deinen eigenen Stundensatz dagegen, dann siehst du den wahren Preis.
Warum werden Newsletter-Tools mit wachsender Liste teurer?
Weil fast alle Anbieter nach Anzahl der Kontakte abrechnen. Das ist auch der Grund, deine Liste regelmäßig auszuräumen: Wer nie öffnet, kostet dich trotzdem jeden Monat Geld und drückt zusätzlich deine Zahlen.
Lohnt sich E-Mail-Marketing bei einer kleinen Liste finanziell?
Rechne es an deinem eigenen Angebot: Wenn der Newsletter dir im Jahr ein bis zwei Aufträge bringt, die du sonst nicht bekommen hättest, trägt er sich meist schon. Bei hochpreisigen Angeboten reicht oft ein einziger.
Was ist teurer – selbst machen oder abgeben?
In Euro fast immer das Abgeben, in Stunden fast immer das Selbermachen. Die ehrliche Frage ist nicht, was billiger ist, sondern ob die Stunden, die du sparst, in deinem Geschäft mehr einbringen als das Honorar kostet.
Du willst wissen, was die Einrichtung oder die laufende Betreuung bei dir konkret kostet?
Auf meiner Angebotsseite stehen Pakete, Leistungen und Preise offen – ohne dass du dafür ein Gespräch führen oder deine Adresse hinterlassen musst.
Deine Manuela
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