· von Manuela Bletzer · 8 Minuten Lesezeit Newsletter

Die Anmeldeseite für deinen Newsletter: was wirklich draufgehört

Die meisten Anmeldeseiten scheitern nicht an der Gestaltung. Sie scheitern an der Überschrift „Newsletter abonnieren“, unter der ein Formularfeld steht und sonst nichts.

Niemand will einen Newsletter abonnieren. Menschen wollen wissen, wie sie ihren Hund an der Leine ruhig bekommen, wie sie die Umsatzsteuervoranmeldung schneller hinter sich haben, was sie bei Rückenschmerzen selbst tun können. Dein Newsletter ist der Weg dorthin, und genau das muss auf der Seite stehen.

Ich zeige dir, aus welchen acht Bausteinen eine Anmeldeseite besteht, mit Beispielsätzen zum Abschreiben, was bewusst nicht draufgehört und welche drei Seiten zusammen eine funktionierende Anmeldung ergeben. Die dritte vergessen fast alle.

Was ist eine Newsletter-Landingpage?

Eine einzelne Seite auf deiner Website, die nur eine Aufgabe hat: die Anmeldung zu deinem Newsletter. Kein Menü, keine Nebenwege, kein „schau dich hier um“. Eine Entscheidung, zwei Möglichkeiten: eintragen oder weitergehen.

Das ist der Unterschied zum Formular in der Fußzeile. Das Formular begleitet jemanden, der eigentlich etwas anderes liest. Die Anmeldeseite ist die Adresse, auf die du von überall verlinkst: aus deinem Instagram-Profil, aus der Mailsignatur, von einem Aushang mit QR-Code, aus einem Blogartikel.

Und sie ist der Grund, dass du messen kannst, was funktioniert. Eine eigene Seite hat eigene Zahlen, und damit siehst du, ob die hundert Besucherinnen, die vom Flyer kommen, sich auch eintragen.

Brauche ich wirklich eine eigene Seite?

Nicht am ersten Tag. Aber in dem Moment, in dem du anfängst, irgendwo auf deinen Newsletter hinzuweisen.

Solange niemand von deinem Newsletter weiß, genügt ein Formular in der Fußzeile und eines am Ende deiner Blogartikel. Sobald du aber den ersten Beitrag schreibst, der auf den Newsletter zeigt, brauchst du ein Ziel. Und „geh auf meine Website, scroll ganz nach unten, da ist ein Feld“ ist kein Ziel.

Die Frage stellt sich am deutlichsten, wenn ein Geschenk im Spiel ist. Wer ein Freebie anbietet, braucht eine Seite, auf der es beschrieben wird. Das Formular in der Fußzeile kann das nicht leisten, dort ist kein Platz für den Satz, warum sich das lohnt.

Die acht Bausteine einer Anmeldeseite

In dieser Reihenfolge, von oben nach unten. Die ersten vier gehören auf den Teil, der ohne Scrollen zu sehen ist.

  1. Eine Überschrift, die das Ergebnis nennt. Nicht „Mein Newsletter“, sondern das, was die Leserin danach kann. Statt „Newsletter für Hundehalter“ also: „Spazieren gehen, ohne gezogen zu werden“. Die Überschrift verspricht, der Rest der Seite erklärt.
  2. Ein Satz dazu, was drin ist und wie oft. „Alle zwei Wochen eine kurze Mail mit einer Übung, die du am selben Tag ausprobieren kannst.“ Der Takt ist wichtiger, als du denkst: Er nimmt die Angst, in einer Flut zu landen.
  3. Das Geschenk, wenn es eines gibt. Mit Namen und in einem Satz, was es bringt. „Dazu bekommst du die Checkliste mit den fünf Fehlern, die beim Leinetraining fast alle machen.“ Welche Formate sich eignen, steht in Lead Magnet erstellen.
  4. Das Formular. Ein Feld für die E-Mail-Adresse, höchstens ein zweites für den Vornamen. Jedes weitere Feld kostet dich Anmeldungen, und begründen müsstest du es ohnehin. Warum, steht in Newsletter und DSGVO.
  5. Der Knopf mit einer Beschriftung, die etwas sagt. „Absenden“ sagt nichts. „Ja, schick mir die Checkliste“ sagt, was passiert. Schreib ihn aus der Sicht der Leserin, in der Ich-Form.
  6. Drei Stichpunkte, was sie bekommt. Unter dem Formular, als Liste mit Haken. Keine Eigenschaften, sondern Ergebnisse: „Du weißt, wann du die Leine locker lassen kannst“ statt „fachlich fundierte Inhalte“.
  7. Dein Gesicht und dein Name. Ein Foto, zwei Sätze, wer du bist und warum du darüber schreibst. Menschen tragen sich bei Menschen ein, nicht bei Websites.
  8. Der Satz zum Datenschutz. Dass eine Bestätigungsmail kommt, dass man sich jederzeit mit einem Klick abmelden kann, dazu der Link zur Datenschutzerklärung. Kurz, sachlich, ohne Kleingedrucktes. Was hineingehört, steht in Pflichtangaben im Newsletter.

Übrigens: Viermal im Jahr schreibe ich mit einer Kollegin das Magazin „digital durchstarten." – für 0 Euro. Darin geht es um mehr als Newsletter: Marketing und Strategie, Technik und KI, digitale Produkte. Magazin abonnieren

Was nicht auf die Seite gehört

Alles, was wegführt. Eine Anmeldeseite ist die einzige Seite deiner Website, auf der weniger mehr ist, und zwar messbar.

  • Das Hauptmenü. Jeder Menüpunkt ist eine Einladung, etwas anderes zu tun. Entweder du lässt es ganz weg oder du reduzierst es auf dein Logo, das zur Startseite führt.
  • Die Symbole deiner Social-Media-Profile. Du hast gerade jemanden dazu gebracht, deine Anmeldeseite zu öffnen, und schickst sie zu Instagram? Dort kommt sie nicht wieder.
  • Deine komplette Lebensgeschichte. Zwei Sätze. Wer mehr wissen will, findet die Seite „Über mich“ später.
  • Mehrere Angebote. Eine Seite, eine Anmeldung. Wenn du zwei Freebies hast, baue zwei Seiten.

Die drei Seiten, die zusammengehören

Eine Anmeldung besteht nicht aus einer Seite, sondern aus drei. Das ist der Teil, der in den meisten Anleitungen fehlt, und der Grund, warum Anmeldungen auf dem Weg verloren gehen.

  1. Die Anmeldeseite. Hier trägt sich jemand ein. Das ist die Seite aus den acht Bausteinen oben.
  2. Die Bestätigungsseite. Sie erscheint direkt nach dem Absenden und sagt: Es ist noch nicht fertig. „Fast geschafft. Ich habe dir eine Mail geschickt, darin ist ein Link. Erst wenn du darauf klickst, bist du dabei.“ Dazu der Hinweis, auch im Spam-Ordner nachzusehen und die Adresse ins Adressbuch zu übernehmen. Diese Seite entscheidet darüber, wie viele Menschen das Double Opt-in wirklich abschließen.
  3. Die Dankesseite. Sie erscheint, nachdem der Link in der Mail geklickt wurde. Hier steht, dass es geklappt hat, hier liegt das Geschenk zum Herunterladen, und hier darfst du ein einziges Mal auf dein Angebot zeigen. Dieser Moment kommt nie wieder: Jemand hat sich gerade aktiv für dich entschieden und hat eine Sekunde Zeit.

Und jetzt der Fehler, den ich auf meiner eigenen Website gefunden habe: In deinem Newsletter-Tool steht hinterlegt, auf welche Adresse das Tool nach der Bestätigung weiterleitet. Wird die Seite umbenannt oder gelöscht, landen die Leute auf einer Fehlerseite, und zwar genau in dem Moment, in dem sie sich gerade angemeldet haben. Niemand beschwert sich darüber. Man sieht es nur, wenn man es selbst durchklickt.

Deshalb gehört das zur Pflichtübung: Nach jeder Änderung an Formular oder Seiten einmal selbst anmelden, mit einer eigenen Adresse, und alle drei Schritte durchgehen. Dauert vier Minuten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Hundetrainerin hatte ihr Anmeldeformular in der Seitenleiste ihres Blogs, mit der Überschrift „Newsletter“ und einem Feld. Darunter stand, dass sie unregelmäßig schreibt. Eingetragen hat sich in Monaten fast niemand, obwohl auf dem Blog durchaus Menschen lasen.

Wir haben eine eigene Seite gebaut und dabei nur eines geändert: Statt vom Newsletter zu sprechen, sprach sie von dem, was sie beibringt. Die Überschrift hieß danach, dass der Spaziergang entspannter wird. Dazu drei Stichpunkte, ihr Foto mit zwei Sätzen, eine kurze Checkliste als Geschenk und ein Knopf, auf dem „Ja, ich will die Checkliste“ stand. Kein Menü, keine Social-Symbole.

Das Formular selbst ist dasselbe geblieben, dasselbe Tool, dasselbe Feld. Geändert hat sich nur, was drumherum steht. Seitdem verlinkt sie diese Adresse in ihrem Instagram-Profil, unter jedem Beitrag und auf den Zetteln, die sie im Tierheim auslegt. Und sie kann zum ersten Mal sagen, welcher dieser Wege Anmeldungen bringt, weil es eine Seite mit eigenen Zahlen ist.

Die Lehre daraus ist unspektakulär: Es war nie das Formular. Es war die Seite drumherum, die nichts versprochen hat.

Mein Rat zum Schluss

Bau eine Seite, die eine Sache anbietet, und schreib in die Überschrift das Ergebnis statt das Wort Newsletter. Nimm ein Feld, einen Knopf mit einer sprechenden Beschriftung, drei Stichpunkte und dein Foto. Lass alles weg, was wegführt.

Und dann melde dich selbst an und klick die drei Seiten durch, bis zur Dankesseite. Es ist die kürzeste Prüfung im ganzen Newsletter-Marketing, und sie findet mehr Fehler als jede Checkliste.

Häufige Fragen zur Anmeldeseite

Brauche ich eine eigene Landingpage oder reicht ein Formular auf der Startseite?
Für den Anfang reicht ein Formular in der Fußzeile. Eine eigene Seite brauchst du, sobald du irgendwo auf den Newsletter verlinkst: in einem Beitrag, in deiner Signatur, auf einem Flyer. Dann willst du eine Adresse, die nur eine Sache anbietet, statt Menschen auf eine Startseite zu schicken, auf der sie erst suchen müssen.

Kann ich die Anmeldeseite im Newsletter-Tool bauen?
Ja, die meisten Tools haben dafür einen Baukasten, und für den Start ist das völlig in Ordnung. Zwei Nachteile hat es: Die Adresse sieht meist nicht nach deiner Website aus, und die Seite zählt nicht für deine eigene Sichtbarkeit bei Google. Wer ohnehin eine Website hat, baut die Seite besser dort und setzt nur das Formular hinein.

Wie lang sollte eine Newsletter-Landingpage sein?
Kurz. Alles Wichtige sollte ohne Scrollen zu sehen sein: Überschrift, was man bekommt, das Formular. Darunter ist Platz für drei Stichpunkte, dein Foto und den Datenschutzhinweis. Wer eine zweite Bildschirmseite füllen muss, hat meist kein Längenproblem, sondern noch nicht entschieden, was der Newsletter eigentlich bietet.

Was gehört auf die Dankesseite nach der Anmeldung?
Eine Bestätigung, dass es geklappt hat, und das Geschenk, wenn es eines gibt, am besten als Link zum Herunterladen. Danach ein Hinweis auf das Angebot, das zum Thema passt. Das ist der einzige Moment, in dem sich jemand gerade aktiv für dich entschieden hat, und genau darum ist die Dankesseite die am meisten verschwendete Seite im ganzen Newsletter-Marketing.

Deine Manuela

Wenn du mehr wissen möchtest

Du weißt jetzt, was auf die Seite gehört, und hast keine Lust, drei Seiten zu bauen und sie mit deinem Newsletter-Tool zu verbinden?

Genau das ist mein Paket: Anmeldeseite, Bestätigungsseite und Dankesseite, das Formular mit Double Opt-in eingehängt, alles einmal von vorn bis hinten durchgeklickt. Du schickst mir die Texte oder ich schreibe sie mit dir.

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Manuela Bletzer

Geschrieben von Manuela Bletzer

Ich richte Newsletter für soloselbstständige Frauen ein, von analog zu digital. Was hier steht, kommt aus der Arbeit mit meinen Kundinnen: die Fragen, die im Erstgespräch immer wieder auftauchen.

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