Newsletter

Was ist E-Mail-Marketing? Einfach erklärt

Was ist E-Mail-Marketing eigentlich – und ist das nicht dasselbe wie ein Newsletter? Diese Frage bekomme ich in fast jedem Erstgespräch.

Kurz gesagt: E-Mail-Marketing ist alles, was du planmäßig per E-Mail an Menschen schickst, die dir ihre Adresse gegeben haben. Der Newsletter ist nur ein Teil davon.

In diesem Artikel erkläre ich dir ohne Fachchinesisch, wie E-Mail-Marketing funktioniert, was es dir bringt und was du für den Start wirklich brauchst.

Was ist E-Mail-Marketing?

E-Mail-Marketing ist die planmäßige Kommunikation mit Menschen, die dir ihre E-Mail-Adresse gegeben haben – mit dem Ziel, Vertrauen aufzubauen und daraus Kundinnen zu machen. Es ist der einzige Marketingkanal, bei dem dir der Verteiler selbst gehört.

Drei Dinge gehören dazu, sonst ist es kein E-Mail-Marketing:

  1. Erlaubnis. Alle auf deiner Liste haben sich aktiv eingetragen und bestätigt.
  2. Regelmäßigkeit. Du meldest dich planbar, nicht nur wenn du etwas verkaufen willst.
  3. Ein Tool. Der Versand läuft über einen Anbieter wie MailerLite, CleverReach oder ActiveCampaign – nicht über Outlook.

Wenn du magst, denk an einen Stammtisch-Brief: Du schreibst an Leute, die dich kennen und deine Post wollen. Nicht an Fremde, die du auf der Straße ansprichst.

Wie funktioniert E-Mail-Marketing?

In fünf Bausteinen, die aufeinander aufbauen. Jeder für sich ist überschaubar – zusammen ergeben sie ein System, das auch dann läuft, wenn du gerade Urlaub hast.

  1. Der Anlass. Warum sollte jemand seine Adresse hergeben? Meist ist es ein nützlicher Inhalt – eine Checkliste, eine Anleitung, ein Kurs per E-Mail.
  2. Das Anmeldeformular. Steht auf deiner Website und ist mit deinem Tool verbunden.
  3. Das Double Opt-in. Die Bestätigungsmail, ohne die du in Deutschland nicht starten darfst. Wie das genau funktioniert, erkläre ich hier.
  4. Die Willkommensstrecke. Zwei bis vier automatische E-Mails direkt nach der Anmeldung. Hier ist die Aufmerksamkeit am größten.
  5. Der laufende Newsletter. Deine regelmäßige Post an alle.

Baustein vier ist der, den fast alle auslassen – und der am meisten bringt. Wer sich gerade eingetragen hat, liest dich jetzt. In vier Wochen vielleicht nicht mehr.

E-Mail-Marketing und Newsletter – ist das dasselbe?

Nein. Der Newsletter ist ein Teil des E-Mail-Marketings, aber nicht alles. E-Mail-Marketing ist der Oberbegriff für jede geschäftliche E-Mail, die du planmäßig verschickst.

Dazu gehören unter anderem:

  • Der Newsletter: geht an alle, regelmäßig, mit Inhalten.
  • Die Willkommensstrecke: läuft automatisch nach der Anmeldung.
  • Die Kampagne: eine Folge von E-Mails zu einem Anlass, etwa einem Kursstart.
  • Die Automation: E-Mails, die durch ein Verhalten ausgelöst werden – zum Beispiel einen Klick.
  • Die Transaktionsmail: Rechnung, Zugangsdaten, Terminbestätigung.

Für den Anfang reichen die ersten beiden völlig. Alles andere kommt später und nur, wenn du es brauchst.

Was bringt dir E-Mail-Marketing?

Vor allem eines: Unabhängigkeit. Deine E-Mail-Liste gehört dir. Kein Algorithmus entscheidet, wer deine Nachricht sieht, und keine Plattform kann sie dir über Nacht wegnehmen.

Dazu kommen drei praktische Vorteile:

  • Du erreichst tatsächlich alle. Bei Social Media sieht nur ein Bruchteil deiner Follower einen Beitrag. Deine E-Mail landet bei allen im Postfach.
  • Du hast Zeit für einen Gedanken. In einer E-Mail darfst du drei Absätze schreiben. Im Feed hast du zwei Sekunden. Den ausführlichen Vergleich findest du unter Newsletter vs. Social Media.
  • Du kannst nachlesen, was wirkt. Wer öffnet, wer klickt, wer kauft – das siehst du pro E-Mail und kannst daraus lernen.

Und der Punkt, den ich bei meinen Kundinnen am häufigsten erlebe: Kaufentscheidungen fallen selten beim ersten Kontakt. Sie fallen nach der fünften, achten, zwölften E-Mail. Genau dafür ist dieser Kanal gebaut.

Was brauchst du für den Start?

Weniger, als du denkst. Für die erste E-Mail an deine Liste brauchst du diese sechs Dinge:

  1. Ein Newsletter-Tool mit deutschem Datenschutzstandard und Auftragsverarbeitungsvertrag
  2. Ein Anmeldeformular auf deiner Website
  3. Aktiviertes Double Opt-in mit Bestätigungsmail
  4. Impressum und Datenschutzerklärung, verlinkt in jeder E-Mail
  5. Einen Abmeldelink – den setzt dein Tool automatisch
  6. Ein Thema, über das du mehr weißt als deine Leserin – wer das ist, klärst du am besten vorab, siehe Zielgruppe finden und definieren

Was du nicht brauchst: eine große Liste, ein professionelles Design, eine Marketingausbildung oder ein perfektes Konzept für die nächsten zwölf Monate. Zwanzig Menschen, die dich wirklich lesen wollen, sind ein guter Anfang.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Trainerin, Anfang sechzig, hatte 400 Follower auf Instagram und nach eigener Aussage „keine Ahnung von Technik“. Ihr Einstieg ins E-Mail-Marketing bestand aus genau drei Schritten.

Erstens: eine einseitige Checkliste zu ihrem Fachthema als Anmeldeanlass. Zweitens: ein Formular auf ihrer Startseite mit Double Opt-in. Drittens: drei Willkommens-E-Mails, einmal geschrieben, seitdem automatisch verschickt.

Nach sechs Monaten hatte sie 180 Abonnentinnen. Nicht spektakulär. Aber aus diesen 180 kamen im selben Zeitraum elf Anfragen für ihre Workshops – mehr als aus zwei Jahren Instagram. Der Unterschied war nicht die Reichweite. Der Unterschied war, dass diese Menschen sie regelmäßig lasen.

Fazit

E-Mail-Marketing ist kein Kanal für Konzerne mit Marketingabteilung. Es ist der Kanal, der für Soloselbstständige am besten funktioniert, weil er Nähe zulässt und keine Reichweite voraussetzt.

Fang mit einem Tool, einem Formular und einer Willkommens-E-Mail an – die Reihenfolge steht in Newsletter starten als Anfängerin. Alles Weitere – Segmentierung, Automationen, Kampagnen – kannst du dazubauen, wenn du merkst, dass du es brauchst.

Häufige Fragen zum E-Mail-Marketing

Was ist der Unterschied zwischen E-Mail-Marketing und einem Newsletter?
E-Mail-Marketing ist der Oberbegriff für jede geschäftliche E-Mail, die du planmäßig verschickst. Der Newsletter ist eine davon – die regelmäßige Post an alle. Dazu kommen Willkommensstrecken, Kampagnen, Automationen und Transaktionsmails wie Rechnungen oder Terminbestätigungen.

Wie viele Abonnentinnen brauche ich, damit sich das lohnt?
Es gibt keine Mindestgröße. Fünfzig Leserinnen mit echtem Interesse bringen mehr Anfragen als fünftausend gekaufte Adressen. Fang an, sobald du zwanzig Menschen hast, denen du regelmäßig etwas Nützliches sagen kannst.

Darf ich meinen Newsletter über Outlook oder Gmail verschicken?
Nein. Rechtlich fehlen dir dort der Abmeldelink und der Nachweis der Einwilligung, technisch landen Sammelmails aus normalen Mailprogrammen zuverlässig im Spam. Nutze ein Newsletter-Tool – die Einstiegstarife sind bei kleinen Listen meist kostenlos.

Wie oft sollte ich schreiben?
Lieber einmal im Monat verlässlich als vier Wochen lang täglich und danach ein halbes Jahr gar nicht. Such dir einen Rhythmus, den du auch in einer vollen Woche einhältst, und sag ihn deinen Leserinnen schon bei der Anmeldung.

Du weißt jetzt, was E-Mail-Marketing ist – und willst wissen, wie dein erster Schritt aussieht?

In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam auf dein Thema, deine Zielgruppe und den passenden Anlass für deine Anmeldung.

Kennenlerngespräch für 0 € buchen

Deine Manuela

← Alle Blogartikel

Willst du keinen Beitrag verpassen?

Im Newsletter-Magazin „digital durchstarten.“ bekommst du viermal im Jahr Impulse rund um Newsletter, Technik und digitale Produkte – für 0 Euro.

Zum Newsletter-Magazin