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E-Mail-Marketing-Beispiele, die wirklich funktionieren
Wenn ich nach E-Mail-Marketing-Beispielen gefragt werde, zeigen die meisten Suchergebnisse große Marken mit aufwendigen Bildstrecken. Für ein Solo-Business hilft das wenig.
Ich habe deshalb fünf Formate zusammengestellt, die bei meinen Kundinnen tatsächlich funktionieren – ohne Designbudget, ohne große Liste und ohne dass du wöchentlich schreiben musst.
Zu jedem schreibe ich dazu, warum es wirkt und woran es in der Praxis scheitert.
Was macht ein gutes E-Mail-Marketing-Beispiel aus?
Nicht das Design, sondern der Anlass. Eine gute Marketing-E-Mail hat einen erkennbaren Grund, warum sie genau jetzt kommt – und für die Empfängerin einen Nutzen, der über „ich will dir etwas verkaufen“ hinausgeht.
Der Test dafür ist einfach: Streich in Gedanken dein Angebot aus der E-Mail. Bleibt für die Leserin dann noch etwas übrig, das ihr nützt? Wenn ja, hast du ein Format. Wenn nein, hast du eine Werbemail.
Alle fünf Formate unten bestehen diesen Test – und keines davon braucht Designkenntnisse oder eine große Liste.
Beispiel 1: Die Willkommensmail
Die E-Mail, die direkt nach der Bestätigung kommt – und die am meisten gelesen wird von allen, die du je verschickst.
Sie ist zugleich der erste Baustein jeder Automation. Aufbau, der funktioniert:
- Das Versprochene ausliefern, gleich im ersten Absatz. Kein Vorgeplänkel.
- Zwei Sätze, wer du bist und wofür du stehst.
- Ein Satz, was als Nächstes kommt und wann.
- Eine Frage zum Antworten: „Woran arbeitest du gerade?“
Warum es wirkt: Die Aufmerksamkeit ist nie wieder so hoch. Woran es scheitert: wenn die Mail nur aus einem Downloadlink besteht.
Beispiel 2: Der Erfahrungs-Newsletter
Eine Sache, die dir diese Woche im Arbeitsalltag begegnet ist – und was deine Leserin daraus mitnehmen kann.
Das Muster ist immer gleich: Situation, Problem, was du getan hast, was daraus folgt. Vier Absätze, keine Zwischenüberschriften, kein Bild nötig.
Ein Beispiel für eine Betreffzeile: „Eine Kundin hatte 300 Adressen – 226 durfte sie nicht anschreiben“.
Warum es wirkt: Es beweist deine Erfahrung, statt sie zu behaupten. Woran es scheitert: wenn die Geschichte keine Lehre hat und nur Tagebuch bleibt.
Beispiel 3: Die Ankündigungsstrecke
Drei bis vier E-Mails vor einem Kursstart, einem Webinar oder dem Ende eines Angebots – statt einer einzigen Verkaufsmail.
Eine Strecke, die nicht aufdringlich wirkt:
- Mail 1, zehn Tage vorher: Das Problem beschreiben, noch ohne Angebot.
- Mail 2, sieben Tage vorher: Das Angebot vorstellen, mit dem konkreten Ergebnis.
- Mail 3, drei Tage vorher: Die drei häufigsten Einwände beantworten.
- Mail 4, am letzten Tag: Kurz, sachlich, mit Frist.
Warum es wirkt: Kaufentscheidungen fallen selten beim ersten Kontakt. Woran es scheitert: wenn die Frist erfunden ist und beim nächsten Mal wieder verlängert wird.
Beispiel 4: Die Reaktivierungsmail
Eine einzelne E-Mail an alle, die seit sechs Monaten nichts mehr geöffnet haben, mit genau einer Frage: Willst du weiter dabei sein?
Der Text darf schlicht sein. „Ich sehe, dass meine Mails bei dir länger ungeöffnet bleiben. Das ist völlig in Ordnung. Wenn du weiter dabei sein möchtest, klick hier – sonst nehme ich dich in zwei Wochen von der Liste.“
Warum es wirkt: Es macht deine Liste kleiner und deine Zahlen ehrlich – und viele Tools rechnen nach Kontaktanzahl ab, du sparst also Geld. Woran es scheitert: wenn du es ankündigst und dann doch niemanden löschst.
Beispiel 5: Die Frage-Mail
Eine kurze E-Mail, die nichts erklärt und nichts verkauft, sondern eine einzige Frage stellt.
„Was ist gerade deine größte Hürde beim Thema Newsletter? Antworte mir einfach – ich lese jede Mail selbst.“ Drei Zeilen, mehr nicht.
Warum es wirkt: Du bekommst die Themen für die nächsten zehn Newsletter frei Haus, in den Worten deiner Leserinnen. Und Antworten verbessern nebenbei deine Zustellbarkeit, weil Mailanbieter Antworten als Zeichen echter Beziehung werten. Woran es scheitert: wenn du dann nicht antwortest.
Was du aus allen fünf mitnimmst
Drei Dinge haben diese Beispiele gemeinsam, und sie sind wichtiger als jedes Design:
- Ein Grund pro E-Mail. Nicht drei Themen, nicht vier Links, nicht zwei Angebote.
- Reiner Text schlägt Bilderpracht. Warum das so ist und wie eine schlichte Newsletter-Vorlage aussieht, habe ich getrennt aufgeschrieben. Eine E-Mail, die aussieht wie ein persönlicher Brief, wird eher gelesen als eine, die aussieht wie ein Werbeprospekt.
- Eine klare Handlung am Ende. Antworten, klicken, buchen – aber nur eine davon.
Fazit
Du brauchst keine fünf Formate gleichzeitig. Nimm die Willkommensmail und den Erfahrungs-Newsletter – damit kommst du das erste halbe Jahr sehr gut durch.
Die Ankündigungsstrecke holst du dir dazu, wenn du das erste Mal etwas verkaufst. Die Reaktivierungsmail, wenn deine Liste älter als ein Jahr ist. Und die Frage-Mail immer dann, wenn dir die Themen ausgehen.
Häufige Fragen zu E-Mail-Marketing-Beispielen
Sollte ich alle fünf Formate einsetzen?
Nein. Fang mit der Willkommensmail und dem Erfahrungs-Newsletter an – damit kommst du das erste halbe Jahr gut durch. Die Ankündigungsstrecke holst du dazu, wenn du das erste Mal etwas verkaufst.
Funktionieren reine Text-E-Mails wirklich besser als gestaltete?
In meiner Erfahrung ja, jedenfalls für Solo-Unternehmerinnen. Viele Mailprogramme laden Bilder erst nach einem Klick, und bilderlastige E-Mails landen häufiger im Werbe-Reiter. Eine E-Mail, die aussieht wie ein persönlicher Brief, kommt beides nicht in die Quere.
Wie oft darf ich in meinen E-Mails etwas verkaufen?
Es gibt keine feste Quote, aber eine gute Faustregel: Wer nur schreibt, wenn er etwas verkaufen will, wird auch nur dann gelesen. Sorge dafür, dass zwischen zwei Angeboten mindestens zwei E-Mails liegen, die für sich nützlich sind.
Was mache ich, wenn mir die Themen ausgehen?
Verschick die Frage-Mail aus Beispiel 5. Eine einzige Frage an deine Liste liefert dir in der Regel Stoff für die nächsten zehn Newsletter – und zwar formuliert in den Worten deiner Leserinnen.
Du hast die Formate gesehen und willst wissen, welches zu deinem Angebot passt?
Auf meiner Angebotsseite steht, wie ich Solo-Unternehmerinnen beim Aufbau und beim laufenden Versand unterstütze – mit Leistungen und Preisen im Klartext.
Deine Manuela
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